Markus Bartel ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Das Foto stammt aus dem August. © Oliver Schaper (Archiv)
CDU-Politiker

Plötzlicher Tod von Markus Bartel (50): „Top-Schwimmer, Kämpferherz, grundehrlich“

Wer war dieser CDU-Politiker, der ein bisschen aussah wie Jürgen Klopp und der plötzlich mit 50 Jahren starb? Viele Dortmunder erinnern sich an Markus Bartel, einen bemerkenswerten Mann.

Keine Bahnen mehr ziehen mit ihm im Volksbad oder Südbad. Keine Einsätze mehr mit ihm im Malteser-Rettungswagen. Keine gemeinsamen Abende mit ihm mehr in der CDU-Ortsunion, mit dem Vorsitzenden, der so fröhlich war, so mitreißend.

Markus Bartel ist tot. Plötzlich, völlig unerwartet, im Alter von 50 Jahren. Er, der so sportlich war – nicht nur im Wasser, auch im Fitnessstudio und in Laufschuhen.

„Er war ein Top-Schwimmer und ein super-sensibler Mensch“, erinnert sich ein Freund: „Ich habe selten jemanden gesehen, der so positiv war.“

„Er konnte sich verbeißen, auch gegen Widerstände“

Auf Facebook schreiben viele Dortmunder, dass sie ihn vermissen werden. Beim „Kacheln zählen“ Bahn für Bahn im Schwimmbad – einfach so, bei den Masters der SG Dortmund, bei der DLRG. Im Notfallwagen beim Rettungsdienst. Oder im Drachenboot-Nationalteam. „Auch wenn dein Boot hinter dem Horizont nicht mehr zu sehen ist, bleibst Du in unseren Herzen“, schreibt einer.

„Er war ein Kämpferherz, eine grundehrliche Haut“, sagt Jörg Tigges, der ihn aus gemeinsamer Zeit bei der CDU kennt: „Wenn Markus eine Herzensangelegenheit hatte, konnte er sich auch darin verbeißen, auch gegen Widerstände. Das hat mir sehr stark imponiert.“

Natürlich bedeute das auch: immer wieder anrennen, auch dicke Bretter bohren. Doch aufgegeben hätte Bartel dabei nicht, da ist sich Tigges sicher.

Sein Anliegen: Mehr Sicherheit für Sanitäter

Der Respekt für den Rettungsdienst, die Sicherheit seiner Kollegen, die es immer wieder erleben müssten, angepöbelt und bedroht zu werden, nur weil sie jemandem helfen wollten – das war so ein Punkt. Bartel ließ nicht locker, nachdem er im Jahr 2008 im Rettungswagen aus dem Nichts heraus angegriffen und schwer verletzt wurde.

Heute gibt es eine stich- und schusssichere Weste für den Rettungsdienst. Seit einigen Jahren sind Angriffe auf Rettungskräfte im Strafgesetzbuch verankert. Bartels Engagement trug dazu bei.

Hätte er irgendwann für den Bundestag kandidiert?

„Er hat die Ortsunion übernommen, als sie brach am Boden lag“, erinnert sich Jörg Tigges: „Die Leute haben Spaß bei den Veranstaltungen gehabt, er hat junge und engagierte Leute rangeholt und sie für Politik interessiert.“

Selbst eine Kandidatur für den Bundestag, das hätte sich Bartel vorstellen können, sagt ein anderer, der ihn kannte. Klar: Nur wenn die Partei vor Ort ihn auch nominiert hätte. Aber Thema sei das schon gewesen.

„Hinterzimmerpolitik war ihm ein Gräuel“

Ob es so gekommen wäre, wenn es Bartel nicht plötzlich aus dem Leben gerissen hätte? „Hinterzimmerpolitik war ihm ein Gräuel“, unterstreicht Tigges. Im Gegensatz zu anderen sei er geradeheraus gewesen, ehrlich eben.

„Er war ein offener Mensch, mit dem man gerne geplaudert hat“, schreibt jemand bei Facebook. Ähnlich drücken es viele aus über Bartel. Für sie war er mehr als nur der Mann, der ein bisschen aussah wie Jürgen Klopp.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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