Danny Seck ist professioneller Feuerwerker aus Dortmund und warnt vor dem Umgang mit importierten Böllern. © Seck
Feuerwerker warnt

„Polen-Böller“ zu Silvester: „Viele Dortmunder wollen es richtig krachen lassen“

Kein Böllerverkauf in Deutschland? Etliche Dortmunder haben sich in Polen und Tschechien mit Feuerwerk eingedeckt. Das sagt ein Fachmann, der warnt und erklärt, was daran so gefährlich ist.

Ob er nicht doch was besorgen könnte? Auch wenn‘s eigentlich nicht erlaubt sei 2020? Wo doch der Verkauf von Böllern und Feuerwerk corona-bedingt verboten ist?

Danny Seck hat mehrere solcher Anfragen bekommen. Er weiß: Viele Menschen aus Dortmund oder dem Umkreis wollen das Böllerverbot umgehen.

Seck verkaufte natürlich nichts. Er ist professioneller Feuerwerker, Chef der Firma „Feuerbändiger“ an der Kokerei Hansa, und nimmt das Verbot ernst.

Seit 18. Dezember schon steht auf seiner Internet-Seite der Hinweis: „Leider ist uns der Verkauf für dieses Jahr durch die Bundesregierung untersagt worden.“

Viele „extra nach Polen oder Tschechien gefahren“

Was nach seinen Absagen passierte? Die Kunden haben es Seck direkt gesagt: „Die werden es richtig kachen lassen. Die sind dafür extra nach Polen und Tschechien gefahren, um sich einzudecken.“ Und dabei handele es sich um „Kunden aus allen Schichten“.

So sieht es aus, wenn Danny Seck Feuerwerk in den Himmel jagt: hier im August 2015 auf der Bartholomäuskirmes in Lütgendortmund.
So sieht es aus, wenn Danny Seck Feuerwerk in den Himmel jagt: hier im August 2015 auf der Bartholomäuskirmes in Lütgendortmund. © Schütze © Schütze

Und? Ist das so gefährlich? Seck warnt: Ja, und das liege an der anderen chemikalischen Zusammensetzung. Zwar werde fast alles in China produziert, aber eben für unterschiedliche Länder in Europa, für unterschiedliche Märkte.

Der Schalldruck macht den Unterschied

„Es geht um den Schalldruck“, erläutert Seck. Soll heißen: „um den lauteren Wumms, der dahinter ist“. In Deutschland habe man zwar „wunderbare zugelassene Sachen“. Dennoch sei es ärgerlich, dass es in punkto Feuerwerk keine EU-weite Regelung gebe.

Als Feuerwerker weiß Seck: In Italien und Spanien, in Frankreich wolle man auf das Mehr an Sprengkraft nicht verzichten. „In Frankreich zum Beispiel gehört es vor jedem Fußballspiel dazu“, erklärt er betont sachlich. Und in osteuropäischen Ländern seien die Vorschriften eben auch nicht so streng wie in Deutschland.

Einige bieten hohe Summen für Feuerwerk

Dabei sei die Regelung hierzulande sinnvoll. Man müsse leider an Silvester mit der – pardon – „persönlichen Dämlichkeit“ vieler Menschen rechnen: viel Alkohol, viel Unvernunft, ein Böller in der Hand oder in die Nähe von Menschen geworfen – das sorge für schreckliche Unfälle.

Die Sorge des Feuerwerk-Profis: Wer zu den illegalen, ausländischen Böllern greife, beherrsche den Umgang damit nicht. Und könne sie sich ja leicht besorgen. Bei ihm zwar nicht, aber er wisse auch, welche Summen man anbiete in der Hoffnung, doch noch in Dortmund Feuerwerk zu bekommen.

Ob da tatsächlich niemand schwach werde, wenn doch das Geschäft des Jahres einfach wegbreche. Er wolle niemanden verdächtigen, unterstreicht Seck, „aber ich würde auch für niemanden meine Hand ins Feuer legen.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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