Politik diskutiert über Fußgängerampel an der B1

Kreuzung Lübkestraße

Bekommt die B1 bald wieder eine Fußgängerampel? Darüber entscheidet die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost im Januar. Denn derzeit ist die Stadtbahn-Station an der Lübkestraße nicht barrierefrei zu erreichen. Doch eine Fußgängerampel birgt auch Gefahren.

DORTMUND

, 11.12.2015, 03:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zusätzlich zur Fußgängerbrücke könnte hier an der Kreuzung B1/Lübkestraße nach einem Vorschlag der Verwaltung bald wieder eine Fußgänger-Ampel eingerichtet werden, damit die Stadtbahn-Station auch barrierefrei erreichbar ist.  RN-FOTO Schütze

Zusätzlich zur Fußgängerbrücke könnte hier an der Kreuzung B1/Lübkestraße nach einem Vorschlag der Verwaltung bald wieder eine Fußgänger-Ampel eingerichtet werden, damit die Stadtbahn-Station auch barrierefrei erreichbar ist. RN-FOTO Schütze

Barrierefrei soll der öffentliche Nahverkehr sein. Doch das ist in Dortmund noch nicht überall gesichert. Mehrere Stadtbahn-Stationen an der B 1 sind nur über Brücken und Treppen zu erreichen. An der Lübkestraße könnte aber bald eine Fußgängerampel Abhilfe schaffen.

Ob sie tatsächlich eingerichtet wird, darüber wird die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost voraussichtlich im Januar entscheiden. Die Argumente für und gegen eine Fußgängerampel an der vielbefahrenden B1 wurden jetzt schon ausgetauscht.

Unüberwindbares Hindernis für Rollatoren und Rollstühle

Vor allem ältere Anwohner aus der Gartenstadt sehnen einen ebenerdigen Übergang über die B1 herbei. Denn wer etwa mit einem Rollator oder gar im Rollstuhl unterwegs ist, für den sind die Treppen zur Stadtbahn-Station auf dem Mittelstreifen der B 1 ein unüberwindbares Hindernis. „Uns erreichen in der Verwaltung viele Beschwerden“, berichtete Markus Sonnenschein vom städtischen Tiefbauamt. „Deshalb sehen wir uns in der Pflicht, kurzfristig die barrierefreie Erreichbarkeit der Haltestellen zu verbessern.“

Der Vorschlag der Verwaltung für die Kreuzung Lübkestraße sieht nach einem entsprechenden Prüfauftrag der Bezirksvertretung nun vor, einen versetzten Überweg mit Ampel für Fußgänger bis zum Mittelstreifen einzurichten – also in Fahrtrichtung Unna auf der westlichen Seite der Kreuzung, in Fahrtrichtung Bochum auf der Ostseite, jeweils im Bereich der Haltebalken für den B 1-Verkehr.

"Da wird es Tote geben"

Ungeteilte Freude löst die Aussicht auf eine Fußgängerampel an der B 1 allerdings nicht aus. Das sei „unvorstellbar“, meinte ein Anwohner in der Einwohnersprechstunde der Bezirksvertretung. „Da wird es Tote geben.“ Denn nach seiner Beobachtung führen viele Autofahrer auf der B 1 bei Rot über die Kreuzung.

In der Tat war die Kreuzung mal ein Unfallschwerpunkt, bestätigte Markus Sonnenschein. Deshalb sei der frühere Fußgängerüberweg auch durch die Brücke ersetzt worden. Inzwischen gilt die Lage aber als entschärft, zumal das Tempo auf der B 1 auf 50 Stundenkilometer reduziert wurde.

Blitzer als Bremse

Die Bedenken nehmen die Bezirksvertreter durchaus ernst, relativierten sie aber auch. Schon jetzt gingen viele Fußgänger, etwa Schüler auf dem Weg zur Gesamtschule Gartenstadt, ohne Ampel und damit ungeschützt über die B1-Fahrbahn. „Und ich glaube nicht, dass es mit Ampel gefährlicher wird“, sagte CDU-Fraktionssprecher Dirk Hartleif.

Er schlug vor – wie an der Strecke Richtung Bochum – auch in Fahrtrichtung Unna einen Blitzer aufzustellen, um Raser zu bremsen. „Wir werden da garantiert noch eine Zeit lang drüber diskutieren“, prophezeite SPD-Fraktionssprecher Carsten Wember.

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