Dortmunder Wall

Polizei Dortmund fällt landesweit einzigartige Entscheidung zu Auto-Szene

Als erste Behörde in NRW konzentriert sich die Polizei Dortmund offiziell auf „Raser, Poser und illegale Tuner“. Der Polizeipräsident kündigt langfristige Maßnahmen für den Wall an.
Die Polizei hat an den vergangenen Wochenenden die Zufahrtstraßen zum Wall, wie hier die Ruhrallee, kontrolliert. © Kevin Kindel

In den vergangenen Wochen ist der nächtliche Verkehr in der Innenstadt immer dichter geworden. Die Polizei intensiviert seit längerer Zeit ihr Vorgehen gegen die Szene. Neben illegalen Autorennen und Verkehrsgefährdungen seien es Begleiterscheinungen wie Lärmbelästigungen und Vermüllung, die Sorge bereiten, heißt es.

Deshalb hat die Führungsetage der Polizei beschlossen, „den Kampf gegen diese Szene zu einem neuen strategischen Arbeitsschwerpunkt für das Dortmunder Polizeipräsidium zu erklären“, wie die Behörde mitteilt.

Bislang lagen die offiziellen Schwerpunkte auf dem Kampf gegen Rechtsextremismus, Wohnungseinbruch und Clankriminalität sowie Kriminalität in der Nordstadt. Der Schwerpunkt „Raser-, Poser und illegale Tuningszene“ ist nun NRW-weit erstmals gewählt worden.

„Mit dieser strategischen Schwerpunktsetzung gehen wir noch einmal mit einer verstärkten Bündelung aller unserer Ressourcen gegen diese Szene vor“, sagt Polizeipräsident Gregor Lange. Damit manifestiere man gleichzeitig die Absicht, diesen Schwerpunkt auch sehr langfristig anzugehen.

Polizeipräsident„Unzumutbarer Zustand für Anwohner“

„Die anhaltenden Beeinträchtigungen der nächtlichen Ruhe sind mittlerweile zu einem unzumutbaren Zustand für die Anwohnerinnen und Anwohner geworden“, so Lange: „Sie haben ein Ausmaß erreicht, das aufrüttelt.“ Gemeinsam mit der Stadt Dortmund wolle man langen Atem zeigen.

Lange sagt: „Es kann doch nicht sein, dass gerade auf dem Höhepunkt der Pandemie einige Wenige ohne jegliche Hemmungen den öffentlichen Raum zur Eventmeile umfunktionieren und nur an das eigene Vergnügen denken.“

Straßensperren auf dem Wall und Verkehrsableitungen

Mit einem Flyer sollen die Anwohner am Freitag (15.1.) im Bereich des Ostwalls und der dort angrenzenden Straßen über die weiteren polizeilichen Maßnahmen informiert werden. Dazu gehören zum Beispiel Straßensperren und Verkehrsableitungen sowie verschiedene Kontrollstellen. Die Polizei will die innerstädtische Strecke für die Szene so unattraktiv wie möglich machen.

An den ersten Wochenenden des neuen Jahres stellte die Polizei in der Spitze bis zu 700 Fahrzeuge fest, die sich vorwiegend in der Dortmunder Innenstadt, vor allem auf dem Wall, ohne klares Ziel aufhielten. Zahlreiche Bürgerbeschwerden waren die Folge.

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