Polizei durchsucht Wohnungen von zwölf Dortmunder BVB-Fans

Nach Randale in Köln

Die Mammut-Ermittlungen rund um die Fan-Randale am Kölner Rudolfplatz Mitte Januar nehmen Fahrt auf: Polizei und Staatsanwaltschaft haben bei einer NRW-weiten Razzia die Wohnungen von zwölf Dortmunder BVB-Fans durchsucht. Derweil ist die Zahl der Beschuldigten in die Höhe geschnellt.

DORTMUND/KÖLN

, 02.06.2014, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieser Mann wurde nach der Randale festgenommen. Die Ermittler haben mittlerweile 147 Beschuldigte der Massenschlägerei Mitte Januar in Köln ausgemacht.

Dieser Mann wurde nach der Randale festgenommen. Die Ermittler haben mittlerweile 147 Beschuldigte der Massenschlägerei Mitte Januar in Köln ausgemacht.

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am 18. Januar rund um ein Freundschaftsspiel zwischen dem 1.FC Köln und Schalke 04 mittlerweile gegen 147 Beschuldigte - das sind 90 mehr als zuvor. Nach Informationen unserer Redaktion gehören von den neuen Verdächtigen schätzungsweise 25 zum Lager der BVB-Anhänger. Insgesamt wird nun gegen knapp 50 Fans von Borussia Dortmund ermittelt. Vergangene Woche durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft gleichzeitig 87 Wohnungen von Verdächtigen in NRW und zwei weitere in Rheinland-Pfalz. Dabei lag der Schwerpunkt neben Köln (33 Wohnungen) im Ruhrgebiet, wo sich die Ermittler auf Dortmund (12), Gelsenkirchen (9), Bochum (6) und Essen (3) konzentrierten. Dabei wurden vor allem Handys und Computer beschlagnahmt.

Die neue Ermittlungswelle möglich gemacht hat die aufwändige Auswertung von Mobilfunkdaten rund um die Schlägereien, bei denen etwa 300 gewaltbereite Anhänger der Fußballvereine 1.FC Köln, Schalke 04 und Borussia Dortmund beteiligt waren. Wie Staatsanwalt Ulf Willuhn auf Anfrage mitteilte, habe man bei der Datenauswertung zahlreiche sowohl "tatvorbereitende als auch tatnachbereitende Konversationen" gefunden. Das heißt: Die Verdächtigen schrieben und empfingen über SMS oder WhattsApp-Nachrichten Informationen zu den Schlägereien und tauschten sich danach darüber aus, wie es gelaufen sei.

tauchen in Chat-Protokollen Äußerungen wie "geil weggeklatscht" auf.

Doch bis sich der Verdacht gegen die 147 Beschuldigten erhärten kann, stehen Staatsanwalt Willuhn und seiner Ermittlergruppe noch viel Arbeit bevor: Sie müssen jedem einzelnen nachweisen, dass er tatsächlich an der Schlägerei beteiligt war. "Da gibt es noch tüchtig was zu tun", so Willuhn. Am 18. Januar hatten sich rund 300 gewaltbereite Fußballanhänger zu einer Schlägerei in der Kölner Innenstadt verabredet und einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Nach Informationen unserer Redaktion waren unter den Beteiligten auch Mitglieder der Dortmund Ultra-Gruppe "Desperados", die schon häufig in Gewalttaten verwickelt war. Ein 40 Jahre alter Schalke-Anhänger war bei der Randale lebensgefährlich am Kopf verletzt worden.

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