Polizei findet verwesende Leiche in Dortmunder Wohnung

mlzTote Frau

Es war der üble Geruch in einem 20-Parteien-Haus, der einen Bewohner die Polizei rufen ließ. Die brach die Wohnungstür auf – und fand eine verwesende Frauenleiche.

Dortmund

, 01.08.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch zwei Tage nach der Entdeckung einer Frauenleiche in dem Mehrfamilienhaus hält sich noch der Verwesungsgeruch in den Fluren. Eine Mieterin ist deshalb vorübergehend ausgezogen: „Da kann man nicht durchgehen.“

Marcel Augustat (40) war der Nachbar der toten 59-jährigen auf der 1. Etage in dem Haus an der Weißenburgerstraße. Zunächst hatte er wegen des Geruchs an ein kaputtes Abflussrohr im Keller gedacht, als er nach anderthalb Wochen aus dem Krankenhaus kam: „Das hatten wir schon mal.“

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Doch im Keller fand er nichts Verdächtiges. Schließlich drückte er am Dienstagabend die dünne Wohnungstür seiner Nachbarin einen Spalt auf. Verwesungsgestank strömte ihm entgegen und mit ihm die Fliegen. Er kannte diesen Geruch, weil er seinen Vater ebenfalls erst nach Tagen tot aufgefunden hatte.

Haus hat schon bessere Tage gesehen

Augustat rief am Dienstagabend um 18.43 Uhr die Polizei. Die Beamten brachen die Tür auf und fanden die Leiche der Frau. Sie lag dort bereits seit wohl mehr als einer Woche. Die Leiche war – auch bedingt durch die hohen Temperaturen der vorangegangenen Tage – schon schwarz angelaufen und dementsprechend verwest. Die Polizei gehe von davon aus, dass die Frau freiwillig aus dem Leben geschieden ist, teilte Behördensprecher Peter Bandermann auf Anfrage mit. Sie hatte Jahrzehnte in dem Haus gewohnt.

Das 20-Parteien-Haus mit der weißgefliesten Fassade im Erdgeschoss hat schon bessere Tage gesehen. Rechts unten sind die ramponierten Rollladen runter, links geht ein Piercing-Studio seinem Geschäft nach. Das Schloss der Haustür sei seit Monaten kaputt, weil jemand den Schlüssel abgebrochen habe, berichtet eine Mieterin. Die Tür lässt sich nicht schließen. Klingeln und Gegensprechanlagen funktionieren nicht. Drinnen im Flur sind die braunen Briefkästen zum Teil aufgebrochen. Erst am Donnerstag (1.8.) hat ein Handwerker nach dem Rechten gesehen und angekündigt, er werde das Schloss am Freitag reparieren.

Hinweis der Redaktion

Wir haben uns entschieden, im Normalfall nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer es liegen besondere Umstände vor und/oder es sind Menschen außerhalb des direkten Familien- oder Freundeskreises betroffen. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist das Nachahmungspotenzial. Wenn Sie sich selbst mit Suizidgedanken tragen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Telefon: 0800-1110111 oder 0800-1110222. Hier erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Im Flur sind die Fenster geöffnet. Zum Lüften. Die Wohnungstür der toten Frau ist verrammelt. Davor brummt eine Fliege. Polizei und Feuerwehr, die zwei, drei Stunden vor Ort gewesen seien, hätten eine dicke Spanplatte vor die versiegelte Tür geschraubt, berichtet Nachbar Augustat. Nur der Leichnam sei herausgeholt worden, alles andere so geblieben, wie sie es vorgefunden hätten.

Er habe den Vermieter in Berlin angerufen, berichtet Marcel Augustat, damit dieser die Wohnung wieder herrichten lasse. Der Vermieter sei oft nur schwer zu erreichen und kümmere sich wenig um seine Immobilie.

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