Die Polizei hat neue Kameradrohnen für Dortmund und Lünen bestellt. © dpa
Video-Beobachtung

Polizei in Dortmund und Lünen bekommt Kameradrohnen für bestimmte Aufgaben

Die Polizei hat im Jahr 2020 den Einsatz von Kameradrohnen getestet. Jetzt ist klar, wo sie weiter eingesetzt werden. Die Geräte haben die Polizeiarbeit erleichtert, aber auch für Kritik gesorgt.

Fast ein Jahr lang hat die Polizei in Dortmund und Lünen den Einsatz von Kameradrohnen getestet, um zu prüfen, für welche Situationen eine flächendeckende Anschaffung sinnvoll ist. Nach Abschluss des Pilotprojektes steht fest: Die Fluggeräte werden auch zukünftig hier am Himmel zu sehen sein.

In ganz Nordrhein-Westfalen wird die Polizei ab diesem Jahr mit 106 Drohnen ausgestattet. „Drohnen machen die Arbeit der Polizei an vielen Stellen einfacher und erweitern ihre Möglichkeiten“, sagte Innenminister Herbert Reul nach Abschluss des Testzeitraums.

„Gerade, wenn es um die Verfolgung von Tätern, die Aufklärung und Beweissicherung von Straftaten oder die Aufnahme von Verkehrsunfällen geht.“

Einsatz bei Verdacht des Drogenhandels

In Dortmund hatte die Polizei erstmals Anfang Februar von einer Festnahme berichtet, die durch die Drohne ermöglicht wurde. Ein mutmaßlicher Drogenhändler ist aus der Luft nach einem Zeugenhinweis gefunden worden – die Kamera konnte über die Häuser fliegen und einen besseren Überblick bekommen als die Polizisten, die im Streifenwagen durch die einzelnen Straßen fahren müssten.

Ganz konkret werden die Drohnen nun an die Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen (KTU), die Tatortvermessungsgruppe des Landeskriminalamtes sowie die Bereitschaftspolizei ausgeliefert, die zum Beispiel bei Demonstrationen oder Fußballspielen zum Einsatz kommt.

Übersichtsaufnahmen zur Untersuchung von Tatorten

Auch bei der Dortmunder Polizei, die auch für Lünen zuständig ist, gibt es eine der landesweit 16 KTU-Teams, die Tatorte untersuchen. Bis zu 186 Mitarbeiter aus diesen oben genannten Bereichen übernehmen dann neben ihrer jetzigen Arbeit auch die Aufgabe als Fernpilot. In einem zweiten Schritt erhalten die Verkehrsunfallaufnahme-Teams 30 Drohnen. Hier werden landesweit rund 90 weitere Polizisten fortgebildet.

In Dortmund hat es auch Kritik an den Drohnen gegeben, als sie zur Überwachung des Kontaktverbots im Frühjahr eingesetzt wurden. Bürger berichteten von Kameras, die an ihren Wohnhäusern und Gärten vorbeiflogen – in Parks wurden sonnenbadende Menschen gefilmt. Einige Menschen sahen darin ihre Privatsphäre verletzt.

„Wir haben einzelne Aufgabenbereiche identifiziert, in denen es besonders sinnvoll ist, Drohnen zu nutzen. Sollte sich weiterer Bedarf ergeben, werden wir auch das in unsere Planungen einbeziehen“, sagte Reul.

Mit den bisher geplanten Anschaffungen steckt das Land knapp eine Million Euro in die technische Ausstattung der Polizei. Eine flächendeckende Ausstattung jedes Streifenwagens mit einer Drohne erfolge dabei jedoch nicht, betonte Reul.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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