Unter anderem hat die Polizei auf der Münsterstraße eine Shishabar kontrolliert. © Kevin Kindel
Großeinsatz

Polizei kontrolliert über 300 Personen bei Einsatz gegen Clan-Kriminalität

Die Polizei Dortmund und weitere Behörden waren am Samstagabend in der ganzen Stadt im Einsatz und kontrollierten Gastronomie-Betriebe. Ein Auto fiel den Beamten am Abend besonders auf.

In mehreren NRW-Städten sind am Samstagabend (15.8.) Polizisten, Beamte des Zolls und Mitarbeiter der Ordnungsämter im Einsatz gewesen, um Cafés und Shisha-Bars zu kontrollieren.

In Dortmund gab es vor allem in der Nordstadt Durchsuchungen. Zahlreiche Polizisten waren in Uniform und zivil stadtweit an sieben Standorten unterwegs. In Gastronomiebetrieben war zu sehen, wie Geld gezählt, Unterlagen herumgereicht und Kisten aus den Läden getragen wurden.

Unverzollter Tabak und Verstöße gegen die Corona-Regeln

In einem Billard-Café an der Münsterstraße fanden die Beamten bereits bei der ersten Kontrolle unverzollten Tabak. Zudem wurde dort zum wiederholten Mal gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen. Der Laden ist vom Ordnungsamt geschlossen und versiegelt worden.

In Lindenhorst war schon der Standort der dort kontrollierten Bar auffallend. Über einer Werkstatt im Gewerbegebiet wurden auf großer Fläche Shishas geraucht – der Laden war voll, vor der Tür standen viele teure Autos. Shisha-Bars gelten laut Polizei vielerorts als Rückzugsorte und Einnahmequellen für Kriminelle.

Zur Schwerpunktaktion gehörten auch Verkehrskontrollen am Wall, am Phoenix-See oder an der Brackeler Straße. „Trauriger Höhepunkt an der Brackeler Straße war ein Auto mit gemessenen 185 km/h, bei erlaubten 100“, so das Fazit der Polizei am Sonntag.

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Einsatz gegen Clan-Kriminalität

„Wir versuchen, die Politik der kleinen Nadelstiche durchzuführen“, sagt Polizeisprecher Torsten Sziese: „Um zu zeigen, dass wir auch in Corona-Zeiten die Bekämpfung der kriminellen Clan-Strukturen nicht aus den Augen verlieren.“

Viele Polizisten sperrten die Münsterstraße ab

Besonders aufsehenerregend war ein späterer Einsatz an der Münsterstraße. Etwa ein Dutzend Einsatzwagen waren vor Ort, auch Beamte der Bereitschaftspolizei, die man sonst bei Demonstrationen oder BVB-Spielen sieht, waren eingesetzt.

Alle Besucher der durchsuchten Shisha-Bar wurden kontrolliert und mussten ihre Ausweise abgeben. Dabei schien das für viele von ihnen nichts Neues zu sein. Auch dieser Laden ist – wie insgesamt sechs Stück – von der Stadt Dortmund geschlossen worden. Stadtweit wurden mehr als 300 Personen überprüft.

Es gab eine Festnahme wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts. Mehrere Personen hatten Betäubungsmittel dabei. Die Abläufe waren dabei sehr geordnet, Widerstand habe es nicht gegeben, so Sziese: „Die Menschen sind alle sehr kooperativ.“

Erst am Mittwoch (12.8.) hatte es an mehreren Orten in Dortmund, etwa in der Nähe des Phoenix-Sees, Hausdurchsuchungen mit SEK-Unterstützung gegeben. Es ging dabei um Geldwäsche und Clan-Kriminalität. Für Montag (17.8.) ist die Veröffentlichung eines LKA-Jahresberichts durch den NRW-Innenminister angekündigt.

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Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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