2015 ließ sich ein Mann in Dortmund absichtlich blitzen, um der Polizei beidhändig den Mittelfinger zu zeigen. © Polizei Dortmund
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Polizei kürt Dortmunds kuriosestes Blitzer-Foto – das ist seine Geschichte

Laut Polizei ist dies das kurioseste Blitzer-Foto Dortmunds: Ein Mann ließ sich mit ausgestreckten Mittelfingern und verklebten Kennzeichen absichtlich blitzen. Doch am Ende lachten die Ermittler.

Ein Mann sitzt am Steuer eines Renault Twingo, doch seine Hände sind nicht am Lenkrad, sondern zeigen Mittelfinger in Richtung des Straßenrands. Sein Gesicht wird von der heruntergelassenen Sonnenblende verdeckt. Die Nummernschilder sind mit Zeitungspapier überklebt.

Was sich anhört wie ein Aprilscherz oder eine durchgeplante Filmszene, ist in Wahrheit auf Dortmunds kuriosestem Blitzerfoto zu sehen. Das Foto und die dazugehörige Geschichte postete die Dortmunder Polizei am Freitagmorgen (5.2.) auf Facebook.

Ermittlungsfall des Jahres 2015

Der Fall stammt aus dem Jahr 2015. „Ein Mann wollte uns – ganz schlechte Idee! – einen Denkzettel verpassen“, schreibt die Dortmunder Polizei im Facebookpost. „Er wähnte sich aber gut vorbereitet“, heißt es weiter. Schließlich waren seine Nummernschilder mit Zeitungspapier überklebt und sein Gesicht verdeckt.

„Also fuhr er auf die Varziner Straße, gab Kniegas, löste den Blitzer aus – und zeigte uns, mit dem Kopf hinter der heruntergeklappten Sonnenblende, demonstrativ seine Mittelfinger“, so die Polizei.

In der Varziner Straße befindet sich eine 30er-Zone. Das wusste der Fahrer offenbar – genauso schien er zu wissen, dass dort eine Verkehrskontrolle stattfindet. Mit 55 km/h wurde er dort geblitzt.

Mit 22 km/h zu schnell

Nach Abzug der 3 km/h-Toleranz war er demnach 22 km/h zu schnell. Normalerweise bedeutet dies ein Bußgeld von 80 Euro zuzüglich Verwaltungsgebühren und einen Punkt.

Neben der Tatsache, dass er zu schnell fuhr, ermittelte die Polizei jedoch auch gegen die gestreckten Mittelfinger. Die sind als Beleidigung einzustufen, wodurch sein Bußgeld doppelt so hoch ausfiel.

Ebenfalls kurios war die Art und Weise, wie die Polizei die Identität des Mannes ermittelte, der so viel dafür gegeben hatte, sie zu verbergen. „Mit der Lupe entdeckte der Beamte einen Schriftzug an der Heckscheibe des Twingos, die Inschrift führte die Polizei zum vollständigen Kennzeichen und dann auf die Spur des Fahrzeugbesitzers“, schrieb die Polizei in der damaligen Pressemitteilung.

Fahrer zeigte keine Einsicht

Als die Polizei den 26-jährigen Fahrer aus Dortmund aufsuchte, sei er uneinsichtig gewesen. „Er begründete sein Handeln mit dem Hass auf die Abzocker und wollte den kontrollierenden Behörden damit einen Denkzettel verpassen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

In dieser Woche stellte die Polizei die Top-5 der kuriosesten Blitzer-Geschichten auf Facebook vor. Außerdem ins Ranking schafften es unter anderem ein Hochzeitspaar, das das Blitzerfoto gerne haben wollte, und zwei komplett vereiste Wagen.

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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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