BVB-Pokalsieg

Polizeibilanz zur Pokalnacht: Strafverfahren nach Pyros am Borsigplatz

Lob für die große Masse an BVB-Fans, Kritik an Wenigen, die am Borsigplatz Pyrotechnik zündeten - so liest sich die Polizeibilanz zum BVB-Pokalabend in Dortmund. Einige erwarten Strafverfahren.
Pyros und Feuerwerksraketen, die nach dem BVB-Pokalsieg am Borsigplatz gezündet wurden, riefen die Polizei auf den Plan. © Oliver Schaper

Es galt das Motto „auffe Couch“ bleiben. Und daran hat sich die große Masse der BVB-Fans auch nach dem Sieg der eigenen Mannschaft gehalten. Auf fast allen großen Plätzen der Innenstadt und am Wallring zeigte die Polizei am Donnerstagabend (13.5.) Präsenz. Und fast überall blieb es ruhig – außer am Borsigplatz.

Die „Wiege“ des BVB hat für Fans offensichtlich besondere Anziehungskraft. Bis zu 200 Mernschen versammelten sich hier trotz Ausgangssperre nach dem Pokalsieg, „darunter auch Angehörige bekannter Ultra-Gruppierungen“, so die Polizei. Die Ansammlung habe sich nach kurzer Zeit aufgelöst. Gegen Mitternacht herrschte wieder Ruhe am Borsigplatz.

Einige Fans feierten friedlich den BVB-Pokalsieg am Borsigplatz. © Schaper © Schaper

Allerdings: „Aus einer Gruppe von etwa 80 Personen heraus, die der Ultra-Szene zuzurechnen sind, wurde diverse Pyrotechnik abgebrannt“, heißt es in der Bilanz der Polizei. Auch Feuerwerksraketen stiegen in die Luft. Die Straftaten seien durch die Beamten umfangreich dokumentiert und entsprechende Strafverfahren eingeleitet worden, teilt die Polizei mit.

Ganz überraschend kam die Pyro-Aktion indes nicht. Bereits im Vorfeld hätten Einsatzkräfte in unmittelbarer Nähe zum Borsigplatz eine größere Menge an Pyrotechnik sichergestellt und ebenfalls ein Strafverfahren eingeleitet, berichtet die Polizei. „Die Ermittlungen und die Auswertungen des Beweismaterials dauern an.“

Von einer „besonderen Pokalnacht“ sprach am Freitag der Polizeiführer des Einsatzes, Polizeioberrat Thomas Pierenkämper. „So groß die Freude in Dortmund war, so sehr waren die BVB-Fans dennoch angehalten, dieser Freude in Zeiten dieser Pandemie auf ganz andere Art und Weise Ausdruck zu verleihen als gewohnt.“

Man bedanke sich, dass der große Teil der Dortmunderinnen und Dortmunder dem Appell zuhause zu bleiben gefolgt ist. „Nur einige Wenige haben gegen die Ausgangssperre verstoßen und haben Straftaten begangen, sie müssen jetzt jedoch mit den strafrechtlichen Konsequenzen rechnen“, berichtet Pierenkämper.

Dieses Arsenal an Pyrotechnik stellte die Polizei in Dortmund am Donnerstagabend sicher. © Polizei Dortmund © Polizei Dortmund

Auch Polizeipräsident Gregor Lange schloss sich dem Dank an. Zuhause zu bleiben werde Vielen sicherlich schwer gefallen sein, „aber die überwiegende Mehrheit der Dortmunderinnen und Dortmunder sind den Apellen von Stadt und Polizei gefolgt“, stellte er fest.

Das Vorgehen der Polizei am Borsigplatz bezeichnete Lange als „sehr überlegtes, gut abgewogenes und erfolgreiches Vorgehen gegen unbelehrbare Ultras am Borsigplatz, die sich nicht an die Regeln gehalten haben. Die Einsatzkräfte konnten die Situation nach kürzester Zeit beenden, Beweise sichern und Strafverfahren einleiten.“

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