Polizei-Eskorte begleitet Riesen-Palme auf ihrem Weg durch Dortmund

mlzKurios

Erst kam den Autofahrern eine meterhohe Palme auf Rädern entgegen. Dahinter dann die Polizei. Was war da los auf den Straßen im Dortmunder Süden?

Hombruch

, 22.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pflanzenschauhäuser im Botanischen Garten Rombergpark sind über Dortmunds Grenzen hinaus bekannt. Auf mehr als 1000 Quadratmetern Schaufläche können Besucher Pflanzen aus der ganzen Welt bestaunen.

Jetzt scheint es so, als ob die Palmen und Kakteen ganz besonders wertvollen Zuwachs bekommen haben. Denn in den letzten Tagen rollte eine Vielzahl riesiger Topfpflanzen an – inklusive Polizei-Eskorte.

Gleich mehrmals ging es von der Buschmühle am Westfalenpark zu den Pflanzenschauhäusern im Rombergpark. Der Polizist auf seinem Motorrad fuhr stets hinterher.

Die Palme ist sicher am Ziel – in der Einfahrt zu den Pflanzenschauhäusern am Rombergpark.

Die Palme ist sicher am Ziel – in der Einfahrt zu den Pflanzenschauhäusern am Rombergpark. © LLW

Der Grund für diese gesicherten Transporte sei eigentlich ganz einfach, wie Dr. Patrick Knopf, Leiter des Rombergparks, erläutert: „Ein großer Teil unserer Topfpflanzen überwintert in einem großen Treibhaus am Buschmühlenteich. Und wenn die strengen Fröste vorbei sind, werden sie wieder zurück in den Rombergpark geholt.“

Pflanzen teilweise über vier Meter hoch

Wobei der Begriff Topfpflanze für einige der Gewächse sicher nicht so ganz passt. So müssen Palmen transportiert werden, die über vier Meter hoch sind. Per Radlader werden diese verladen – und da der Transport der Gewächse nicht ohne ist, muss er eben abgesichert werden.

Hier eine Postkarte aus dem Jahr 1962. Im Hintergrund die Pflanzenschauhäuser und im Vordergrund die Kanarische Dattelpalme, die mittlerweile 60 Jahre alt ist.

Hier eine Postkarte aus dem Jahr 1962. Im Hintergrund die Pflanzenschauhäuser und im Vordergrund die Kanarische Dattelpalme, die mittlerweile 60 Jahre alt ist. © Knopf

„Um die Pflanzen zurückzuholen, sind mehrere Tage erforderlich“, sagt Dr. Knopf. „Wir haben ja noch eine sehr umfangreiche Kübelpflanzensammlung. Und die geben gerade im Bereich des Cafés Orchidee und im Bereich der Pflanzenschauhäuser ein ganz besonderes Flair.“

Dattelpalme stößt an Transportgrenze

Zweimal im Jahr muss dann aber alles, was in Kübeln steht, rein- und rausgeräumt werden, da es im Rombergpark noch kein Haus gibt, in dem die Pflanzen überwintern können. „Wir planen, hier im Rombergpark eines zu bauen. Eigentlich sollte der Baubeginn in diesem Jahr sein, aber die Corona-Krise hat doch einiges durcheinander geworfen“, sagt Patrick Knopf.

Jetzt lesen

Denn einige der Pflanzen sind mittlerweile so groß, dass sie aufgrund ihrer Höhe bald nicht mehr transportiert werden können. So stoße eine der gewaltigen Topfpflanzen, eine kanarische Dattelpalme, die schon über sechzig Jahre alt ist, bald an ihre „Transportgrenze“.

Neues Pflanzenhaus in Planung

Aber noch steht das neue Haus nicht. Und so werden die zahlreichen Kübelpflanzen wohl auch vor dem nächsten Winter wieder vom Pflanzenschauhaus im Rombergpark zum Treibhaus an der Buschmühle gebracht. Wieder mit einer Polizei-Eskorte, damit während der knapp fünf Kilometer langen Fahrt auch nichts passiert.

Lesen Sie jetzt