Porsche baut Auto-Tempel am Flughafen, der weltweit Vorbild sein soll

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Autohaus war gestern, jetzt kommt die Porsche-Erlebniswelt. 20 Millionen Euro investiert die Hülpert-Gruppe in ein neues Porsche-Zentrum am Flughafen. Schon die Werkstatt wird revolutionär.

Dortmund

, 02.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geht in den Endspurt: noch in diesem Jahr soll das neue Porsche-Zentrum am Dortmunder Flughafen öffnen. Das derzeitige, 2003 fertiggestellte und direkt an der B1 liegende Autohaus wird die Hülpert Lifestyle Holding dann verlassen und wenige hundert Meter weiter über die Nordstraße in Holzwickede hinweg in ein neues Gebäude ziehen.

Galt das jetzige Gebäude seinerzeit schon als stylisch und modern so entsteht nun für fast 20 Millionen Euro ein Porsche-Zentrum, das sämtliche bisherigen Dimensionen sprengen wird. So jedenfalls kündigt es Geschäftsführer Christoph Kösters an. „Wir werden hier das Auto feiern“, kündigt er an.

Porsche-Zentrum gilt weltweit als Neubaupilot

Die Zukunft, die Porsche gerade auch mit seinem neuen E-Modell Taycan eingeläutet haben will, sie soll in Dortmund ihren Anfang nehmen. Auf einem 24.500 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Neubaupilot für die Architektur mit einer sanft geschwungenen Form, an der künftig alle Porsche-Zentren weltweit erkannt werden sollen.

Christoph Kösters, Geschäftsführer der Hülpert Lifestyle Holding, erläutert die Pläne für das neue Porsche Zentrum Dortmund

Christoph Kösters, Geschäftsführer der Hülpert Lifestyle Holding, erläutert die Pläne für das neue Porsche Zentrum Dortmund. Er kündigt eine neuartige Erlebniswelt an. © Udo Hennes

„Und im Innern findet eine Revolution statt. In einer langen Reihe werden wir unseren neuen Modelle präsentieren, es wird überall Detail-Infos zur Marke Porsche geben und wir werden eine spezielle Gastkultur mit einem Café zum Verweilen haben“, sagt Christoph Kösters.

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Neues Porsche-Zentrum am Dortmunder Flughafen

Das Ganze geht sogar soweit, dass der Werkstattkunde oder interessierte Autokäufer auch so etwas wie ein Boxengassen-Gefühl erleben kann. „Vom Café aus wird man in die Werkstatt schauen und sehen können, wie an den Autos gearbeitet wird. Unsere Mitarbeiter finden das gut und freuen sich darauf“, so Christoph Kösters.

Wo demnächst etliche Sportwagen der Luxusklasse ausgestellt werden, herrscht noch Baustelle. Bis zum Ende des Jahres aber soll das neue Porsche Zentrum Dortmund fertiggestellt sein.

Wo demnächst etliche Sportwagen der Luxusklasse ausgestellt werden, herrscht noch Baustelle. Bis zum Ende des Jahres aber soll das neue Porsche Zentrum Dortmund fertiggestellt sein. © Udo Hennes

Warum ist das alles nötig? „Nun, wir tätigen ein so großes Investment, weil wir an Porsche glauben und mit der Marke wachsen wollen. Wir wollen uns nicht dem Online-Direktgeschäft ergeben, sondern uns mit dem Kunden beschäftigen und in zentraler Lage direkt am Flughafen eine moderne Anlaufstelle für alle Porsche-Enthusiasten schaffen“, antwortet der Geschäftsführer.

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Zudem sei Porsche dem Standort an der B1 entwachsen. „Wir haben im vergangenen Jahr 1200 Porsche verkauft und mussten dazu mit externen Lagern zusammenarbeiten“, sagt Christoph Kösters. Auch die Werkstatt sei viel zu klein geworden: „Wir haben dort im Service nur 12 Arbeitsplätze, brauchen aber mindestens 16 bis 18.“

Mit dem Porsche Taycan in die Zukunft der E-Mobilität

Das Wachstum der nächsten Jahre soll ganz klar auch von der Elektromobilität mit getrieben werden. „Das ist ein ganz wichtiges Thema für uns“, betont Christoph Kösters. Dementsprechend wird es in der Porsche-Erlebniswelt natürlich einen eigenen und großen Bereich mit E-Autos geben. „Und im Außenbereich“, so Kösters, „können Besucher die Elektromobiliät hautnah erleben. Hier wird es vier Schnellladesäulen geben, an denen der Porsche Taycan mit bis zu 270 kW geladen werden kann.“ Innerhalb von 20 Minuten sei der 120.000 bis über 160.000 Euro teure Luxuswagen für eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern wieder „aufgetankt“.

E-Mobilität wird am neuen Standort groß geschrieben. Geschäftsführer Christoph Kösters zeigt hier eine der vier Schnellladesäulen, die vor dem neuen Porsche Zentrum Dortmund bereitstehen werden.

E-Mobilität wird am neuen Standort groß geschrieben. Geschäftsführer Christoph Kösters zeigt hier eine der vier Schnellladesäulen, die vor dem neuen Porsche Zentrum Dortmund bereitstehen werden. © Udo Hennes

„Die Investition in einen solchen Standort - gerade in diesen Zeiten - freut uns sehr und zeigt, wie wichtig der Flughafen für Dortmund ist“, sagt Gero Brandenburg, Sprecher der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund zu den Porsche-Plänen.

So soll das neue Porsche Zentrum Dortmund aussehen

So wird sich die neue Porsche-Erlebniswelt, die derzeit in der Nähe des Flughafens entsteht, nach außen präsentieren. Noch in diesem Jahr soll das Porsche Zentrum Dortmund öffnen. © Skizze Hülpert/Porsche

Die haben, wie Christoph Kösters aufzeigt, mit einem herkömmlichen Autohaus nicht viel zu tun. Autohaus und Ferdinand-Porsche-Straße 4 waren gestern. Die neue Anschrift des Porsche-Zentrums, das weiterhin knapp hinter der Stadtgrenze auf Holzwickeder Gebiet liegen wird, lautet: Carrera-Straße 1.

Hülpert Unternehmensgruppe

14 Betriebsstätten und 900 Mitarbeiter

  • Investor des neuen Porsche-Zentrums ist die Hülpert Lifestyle Holding GmbH & Co. KG, zu der die Porsche-Zentren in Dortmund, Recklinghausen und Soest gehören.
  • Die Hülpert Lifestyle Holding GmbH & Co. KG wiederum ist Teil der Hülpert Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Dortmund.
  • Mit insgesamt 14 Betriebsstätten, an denen über 900 Mitarbeiter tätig sind, ist Hülpert nach eigenen Angaben der größte automobile Anbieter für Volkswagen (Pkw und Nutzfahrzeuge), Skoda, Audi, Seat sowie Porsche im östlichen Ruhrgebiet und eines der größten Automobil-Handelsunternehmen in Deutschland.
  • Das neue Porsche-Zentrum wird über 6300 Quadratmeter im Erdgeschoss und im Obergeschoss verfügen. Auf 2300 Quadratmetern (bisher 1200) werden Autos ausgestellt, für die Werkstatt sind 2000 Quadratmeter (bisher 700) Platz vorhanden.
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