Das Postbank-Gebäude am Hiltropwall wird für voraussichtlich vier Jahre ein Studienort der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung. © Oliver Volmerich
Neuvermietung

Postbank-Gebäude am Wall wird zum Hochschul-Standort auf Zeit

Der Schriftzug Postbank prangt an der Fassade des langgestreckten Bürokomplexes am Hitropwall. Doch viel Postbank ist nicht mehr drin. Stattdessen wird das Gebäude zum Hochschul-Standort.

Im Mai hat sich schon die Fitnesstudio-Kette Kieser Training auf 1000 Quadratmeter im Postbank-Gebäude am Hiltrowall 4-12 eingerichtet. Jetzt meldet das Essener Maklerteam von BNP Paribas Real Estate eine weitere Neuvermietung.

Die Außenstelle Dortmund der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW (HSPV NRW) wird neue Studienräume beziehen. Dazu habe sie mehr als 7200 Quadratmeter Bürofläche am Hiltropwall 4–12 angemietet.

Zu wenig Platz im Technologiezentrum

Die HSPV ist eine Einrichtung des Landes NRW. Dort werden Studierende der Polizei, der Landes- und Kommunalverwaltung sowie der Rentenversicherung ausgebildet. Sie ist auf zehn Städte in NRW verteilt. Eigentlicher Sitz der HSPV-Außenstelle in Dortmund ist das Technologiezentrums-Gebäude am Hauert 9. Doch dort platzt die Filiale der Hochschule aus allen Nähten.

Die Studierendenzahl an der HSPV NRW sei in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, teilt eine Sprecherin der Hochschule auf Anfrage mit. In dem Gebäude am Hauert habe man lediglich 16 Kursräume für rund 530 Studierende zur Verfügung.

Kurse mussten vorher nach Duisburg und Gelsenkirchen ausgelagert werden

„Die tatsächliche Zahl an dual Studierenden aus Dortmund liegt aber bei 1100, so dass in der Vergangenheit Kurse in die Abteilungen Gelsenkirchen und Duisburg ausgelagert werden mussten“, erklärt HSPV-Sprecherin Heike Lücking.

„Dies ist sowohl für die Studierenden, als auch für die Ausbildungsleitungen sehr ungünstig, weil mit hohem Organisationsaufwand verbunden. Aus diesem Grund sind wir froh, dass wir mit der Anmietung der Immobilie am Hiltropwall diese Lücke nun bis zum Jahr 2025 schließen können.“

Suche nach neuem Standort für die HSPV

Der Hinweis auf das Jahr 2025 hat einen besonderen Grund. Denn eigentlich ist die gesamte HSPV für das Ruhrgebiet auf der Suche nach einem neuen Standort. Es soll ein zentraler Hochschulcampus entstehen. „Hier sollen langfristig die Studienorte Gelsenkirchen, Herne, Dortmund und Hagen zusammengelegt werden“, heißt es.

Wo der Campus entstehen wird, ist noch offen. Es gibt Bewerbungen aus verschiedenen Städten – unter anderem aus Gelsenkirchen, Herne, Bochum und auch aus Dortmund. Hier bieten private Investoren Flächen auf Phoenix-West und am Phoenix-See an.

„Beim geplanten Hochschulcampus, bestehend aus Zentralverwaltung und Studienort, ist Dortmund ebenfalls im Rennen“, bestätigt Heike Lücking. Eine erste unverbindliche Markterkundung sei nun beendet.

In einem nächsten Schritt würden die Unterlagen für ein europaweites Ausschreibungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb erarbeitet. „Die europaweite Bekanntmachung des Teilnahmewettbewerbs ist für Januar 2021 geplant“, kündigt die HSPV-Sprecherin an.

Entscheidung soll Ende 2021 fallen

Insgesamt werde das Vergabeverfahren ungefähr ein Jahr in Anspruch nehmen. „Die Zuschlagserteilung soll Ende 2021 erfolgen“, erklärt Heike Lücking. Bis Herbst 2025 soll dann der Campus gebaut sein und bezogen werden. Spätestens dann haben die Dortmunder Standorte am Hauert und am Hiltropwall ausgedient.

Aber vielleicht findet die HSPV ja irgendwo anders im Stadtgebiet einen neuen Platz. „Sollte ein Objekt in Dortmund den Zuschlag für den neuen Hochschulcampus erhalten, so würde die HSPV NRW auch über 2025 in Dortmund präsent sein“, erklärt die Hochschul-Sprecherin.

Im Postbank-Gebäude, das zurzeit saniert wird, sind jetzt noch 1800 Quadratmeter zu vermieten. Die Postbank, die das Gebäude 2019 verkauft hat, nutzt hier nach eigenen Angaben noch 12.600 Quadratmeter als Mieter – das ist etwa die Hälfte der Fläche, die vor dem Verkauf selbst belegt wurde.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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