Powernap unter der Leopardendecke: KJT-Schauspieler Thorsten Schmidt

mlzSelbstschutz am Theater

Mit sieben Produktionen gleichzeitig besteht Thorsten Schmidts Tag am Kinder- und Jugendtheater vor allem aus Textlernen, Proben und Vorstellungen. Da ist jede Minute Schlaf wertvoll.

Dortmund

, 22.02.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Name:

Thorsten Schmidt

Beruf:

Schauspieler

Sparte:

Kinder- und Jugendtheater

Besonders schützenswerter Körperteil:

Alle

Bei dem hohen Arbeitspensum ist jede Pause willkommen

„Das Pensum bei uns ist gerade in dieser Spielzeit sehr hoch“, sagt Thorsten Schmidt. Der 26-Jährige ist seit der Spielzeit 2015/16 im Ensemble des Kinder- und Jugendtheaters (KJT).

In der laufenden Spielzeit steht Schmidt bei sieben Produktionen auf der Bühne. Außerdem spielte er beim ersten Familienkonzert mit und war mit der Produktion „Tschick“ auf Gastspielreise in Rostow am Don.

Typisch Theater: Die Probenzeiten machen einen normalen Alltag unmöglich

Sein normaler Tagesablauf sieht so aus: Am Vortag bekommt er den Probenplan, der ihm mitteilt, welches Stück wann geprobt wird und welche Texte er dafür lernen muss. Von 10 bis 14 Uhr ist dann entweder Probe oder Vorstellung (das KJT gibt viele Vorstellungen für Schulklassen).

Danach isst er zu Mittag und lernt den Text für die Abendprobe, die gegen 18 Uhr beginnt. Nach der Abendprobe, um 22 Uhr, bespricht er sich oft noch mit Kolleginnen und Kollegen. Das schlaucht.

Wenn Zeit bleibt, legt er sich eine Stunde hin

Wenn er in den vier Stunden zwischen den Proben noch Zeit hat, legt er sich hin und schläft: Auf dem Boden der Garderobe für seine männlichen Kollegen und ihn liegt eine Matratze mit Kissen und Decken. Dort schläft, wer gerade Schlaf braucht.

Powernap unter der Leopardendecke: KJT-Schauspieler Thorsten Schmidt

Thorsten Schmidt auf der Bühne: Hier als Heiner im Stück „Fast Faust“. © Edi Szekely

Fußball ist verboten: zu gefährlich

Darüber hinaus lebt der 26-Jährige sehr diszipliniert: „Ich versuche mein Bestes, um meinen Körper in Schuss zu halten. Ich mache mehrfach in der Woche Sport“, erzählt Schmidt.

Allerdings ist er dabei zweifach eingeschränkt: Erstens kommen viele Vereinssportarten nicht in Frage, weil er abends, wenn die meisten Mannschaften trainieren, so gut wie nie Zeit hat. Zweitens darf er keine verletzungsintensiven Sportarten machen. Als er nach Dortmund kam, wollte er sich einen Fußballverein suchen, doch das gelte am KJT als zu gefährlich, sagt er. Man müsse sich „mit einer gewissen Einsamkeit arrangieren“.

Der Schauspieler empfindet Verantwortung für alle KJT-Mitarbeiter

„Aber ich kann das auch verstehen.“ Wenn er wegen einer Verletzung ausfiele und die Vorstellung abgesagt werden müsste, wären alle anderen Mitarbeiter des KJT davon ebenfalls betroffen.

Das gleiche gilt für Krankheiten. Deswegen spielen Schauspieler oft, auch wenn sie nach den Maßstäben vieler anderer Berufe eigentlich zu krank dafür sind, sagt Schmidt.

Also tue er viel dafür, dass es möglichst gar nicht erst dazu kommt. „Ich esse gesund, trinke nur an Premieren Alkohol und habe aufgehört zu rauchen. Gerade im Winter achte ich sehr auf die Kleidung, damit man sich nicht erkältet.“

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