Für fairere Arbeitsbedingungen

Prime Day: Streik bei Amazon in Dortmund – Kommen Pakete später?

Aktuell laufen die Prime Days beim Online-Riesen Amazon. Die Aktion bedeutet auch mehr Bestellungen und damit mehr Arbeit für die Angestellten. Die wollen nun streiken.
Verdi hatte am Mittwoch zum Streik bei Amazon aufgerufen.
Verdi hatte am Mittwoch zum Streik bei Amazon aufgerufen. © Oliver Schaper

Wir berichten von vor Ort im Video:

Der Amazon Prime Day ist am Dienstag (12. Juli) gestartet. Der riesige Online-Konzern lockt dann mit Rabatten seine Kundinnen und Kunden zum Shopping ein.

Gegenüber der Amazon-Geschäftsführung rund um Gründer Jeff Bezos, die sich über Gewinne freut, und der Kundschaft, die sich munter durch die Deals shoppt, stehen die Angestellten des internationalen Amazon-Konzerns. Denn die müssen das erhöhte Aufkommen von Bestellungen bearbeiten.

Tarifverträge sollen umgesetzt werden

Wie in dem Dortmunder Logistikzentrum an der Kaltbandstraße in der Nähe des Hoeschparks im Nordosten der Stadt. Eines von fünf Logistikzentren in Nordrhein-Westfalen.

Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) ruft die Dortmunder Beschäftigten am Mittwoch (13. Juli) zum Streik auf. Damit sollen sie es zwei weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen gleich tun, in Werne und Rheinberg werde nämlich nach Angaben von Verdi schon seit Anfang der Woche gestreikt.

Die Forderung der Streikenden: Amazon soll die Tarifverträge im Einzelhandel anerkennen. Obwohl Amazon die Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro die Stunde bereits umgesetzt habe. Aber eben freiwillig. Die Tarifbindung soll das Einkommen der Mitarbeitenden rechtlich absichern, das sei gerade jetzt, in Zeiten der Inflation und höherer Lebenshaltungskosten, wichtig, so Verdi.

Durch den Verzicht auf Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld und längere Arbeitszeiten würde das tatsächliche Einkommen unter dem von Angestellten in vergleichbaren Unternehmen bleiben.

Außerdem soll ein Tarifvertrag mit dem Titel „Gute und Gesunde Arbeit“ abgeschlossen werden. Amazon hat in der Vergangenheit nicht wirklich mit fairen Arbeitsbedingungen geglänzt. Unfaire Löhne, Überwachung der Mitarbeitenden und fehlende Rücksichtnahme auf die Gesundheit sind nur ein paar Kritikpunkte, die es gegenüber dem Mega-Konzern gibt. Der Tarifvertrag soll gesündere Arbeitsbedingungen für die Angestellten absichern.

Keine Auswirkungen auf die Kundschaft

Um 13 Uhr, zum Beginn der Spätschicht, soll der Verdi-Streik vor dem Dortmunder Amazon-Logistikzentrum stattfinden.

Wie viele Amazon-Beschäftigte an dem Streik in Dortmund teilnehmen werden, konnte Verdi-Sprecherin Daniela Arndt uns im Vorfeld nicht mitteilen. Man habe keinerlei Erfahrungswerte, weil sich das Logistikzentrum Dortmund zum ersten Mal an einem Streik beteilige. In Werne und Rheinberg sei die Beteiligung aber gut. Auch wie lange der Streik andauern werde, ließ Arndt offen.

Die Kundschaft werden keine Auswirkungen durch die Arbeitsniederlegungen merken, wie das Unternehmen gegenüber der Deutschen Presseagentur erklärte.

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