Privatdetektiv will Hanau-Täter Tobias R. in Dortmund getroffen haben

Attentat in Hessen

Der Attentäter von Hanau soll im Oktober in Dortmund gewesen sein. Der Vorgesetzte eines Privatdetektivs spricht von einem Treffen und der kruden Weltsicht von Tobias R..

Dortmund

, 21.02.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im hessischen Hanau trauern Menschen um die Todesopfer.

Im hessischen Hanau trauern Menschen um die Todesopfer. © dpa

Nachdem der 43-jährige Tobias R. in Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen hat, meldet sich ein Privatdetektiv zu Wort, dessen Mitarbeiter in Dortmund in Kontakt mit dem Attentäter gestanden habe.

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Im Juni 2019 habe Tobias R. die Detektei Kurtz kontaktiert. „Er fühlte sich von allen Seiten verfolgt und war insbesondere der Überzeugung, dass die Welt von einer Geheimorganisation unter amerikanischer Führung geleitet werde, von der in Deutschland nur Angela Merkel Kenntnis habe“, schreibt Firmenchef Patrick Kurtz in einer E-Mail an unsere Redaktion.

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Ein Ermittler aus Unna habe sich im Oktober dann mit dem Attentäter getroffen - in Dortmund. Tobias R. habe einen Kontakt zum Bundesnachrichtendienst und diversen anderen staatlichen Organisationen bekommen wollen: „Dieses Anliegen lehnten wir ab“, so Kurtz.

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Verfolgungswahn und weitere Störungen

Die von ihm verfassten Dokumente, die aktuell als „Manifest“ bezeichnet werden, habe er bereits zu dem Termin mitgebracht. „Im Termin wurde schnell klar, dass er unter Verfolgungswahn und weiteren psychologischen Problemen und Störungen litt“, so Kurtz: „Wir haben solche Problemfälle fast täglich, aber man denkt natürlich nicht, dass dann einmal so eine Bluttat daraus entsteht.“ Tobias R. habe keinerlei Anzeichen von Gewaltbereitschaft gezeigt.

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Auch in Dortmund ist die Betroffenheit über den rassistischen Anschlag in Hanau mit elf Toten groß. Am Donnerstag fanden gleich mehrere Kundgebungen statt. Am Freitag geht es weiter. Von Oliver Volmerich

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