Probleme auf U43 - Darum ist auf U-Bahn-Anzeigen oft kein Verlass

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Man steht am Gleis und die Anzeige sagt, dass die Bahn kommt. Doch dann braucht sie noch ewig. Oder die Anzeige verschwindet. Woran liegt das?

Dortmund

, 24.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anzeige ist des Fahrgasts bester Freund: Geht man zur Haltestelle, fällt der erste Blick meist auf die Fahrzeiten auf der Tafel über den Köpfen. Wie lange dauert es, bis meine Bahn kommt? Leider jedoch gibt es auf vielen Strecken damit immer wieder Probleme.

Zurzeit sei es auf der U43 besonders schlimm, berichtet ein Leser, der werktäglich vom Ostentor Richtung Dorstfeld muss und abends zurück. Besondres seit Beginn der Bauarbeiten auf der Strecke könne man sich nicht mehr auf die Anzeige verlassen. Er nennt vier Fehlinformationen an nur zwei Vormittagen, mitten im Berufsverkehr

Gebaut wird im Osten der Linie: Zwischen der Haltestelle „Am Zehnthof“ und „Do-Wickede S“ fahren daher bis zum 23. August nur Busse.

Doch woran liegt es, dass die Anzeigen teilweise so ungenau sind? Grund dafür sind die Kontaktsignal-Kästen, mit denen die Anzeigetafeln verbunden sind. Wie DSW21-Pressesprecherin Britta Heydenbluth auf Anfrage erklärt, fahren die Bahnen über Kontakte. Zu erkennen sind diese übrigens als gelbe Kästen entlang der Strecke. Daraufhin wird auf der Tafel der folgenden Station eine Prognose angezeigt, wie lange die Bahn noch bis zur Haltestelle braucht.

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Problematisch wird es, wenn die Bahn nach einem solchen Kontaktsignal noch mal zum Stehen kommt. Denn dann bleibt die Anzeige auf der alten Zeit stehen. Ab drei Minuten Standpause stellt sich die Anzeige auf „verspätet“ um. „Technisch ist das leider nicht anders möglich gerade“, so Heydenbluth. Schließlich sei ein Teil der Ursprungstechnik aus den 80er Jahren. Da die Bahnen im Zehn-Minuten-Takt fahren sollen, verschwindet die Anzeige automatisch, sobald ein Zug zehn Minuten Verspätung hat. Das erklärt das geisterhafte Verschwinden von Zügen von den Anzeigetafeln.

Heydenbluth versteht, dass es bei Fahrgästen für Verwirrung sorgen kann, wenn Anzeigen nicht stimmen. Oder Bahnen erst angezeigt werden – und dann plötzlich verschwinden. Im Idealfall sollte es bei Verspätungen eine Durchsage am Bahnsteig geben. Auch sei es machbar, die Anzeigen händisch nachzusteuern. Als Problem sieht die Pressesprecherin hierbei aber, dass die Laufbänder, auf denen die Verspätungen stehen, nur zwischen 160 und 200 Zeichen anzeigen können.

Künftig mit GPS-Ortung

Doch Heydenbluth verspricht Besserung: In den modernisierten und neuen Fahrzeugen soll es künftig GPS-Geräte geben, die die Zeit der Bahn messen und mit deren Hilfe man die Bahnfahrt auch verfolgen kann. „Dann sind die Bahnen ortbar und die Anzeigen aktualisieren sich automatisch“, so die Pressesprecherin.

Manko: DSW Nahverkehrsanbieter kann nicht sagen, ab wann diese Technik eingesetzt wird. Bis dahin wird man wohl manchmal nicht nur auf die Anzeige vertrauen müssen - sondern auch auf sein Glück.

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