Provinzialstraße: Anwohner beklagt „chaotische Verkehrsverhältnisse“ an Supermarkt-Einfahrt

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Zweimal sei er an der Einfahrt zu einem Supermarkt an der Provinzialstraße (B235) zwischen Merklinde und Bövinghausen angefahren worden, klagt ein Anwohner. Wie gefährlich ist die Stelle?

Merklinde, Bövinghausen

, 03.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Provinzialstraße (B235) direkt an der Ortsgrenze zwischen Merklinde und Bövinghausen wird es für Fußgänger täglich brenzlig, klagt ein Anwohner. An der Einfahrt zum Parkplatz des Edeka-Marktes achteten die Autofahrer nur auf den fließenden Verkehr auf der B235 - und nicht auf Fußgänger, sagt Thomas Poschmann. Er sei an der Stelle schon zweimal angefahren worden.

„Chaotische Verkehrsverhältnisse“

Poschmann möchte, dass sich an den „chaotischen Verkehrsverhältnissen“ endlich etwas ändert. Auf dem Weg auf den Parkplatz und zurück „schießen die Fahrzeuge ungebremst und ohne Rücksicht auf Fußgänger über den Gehweg“, schreibt der Anwohner in einem Brief an die Städte Castrop-Rauxel und Dortmund.

Auf dem Radweg an der B235 parkten außerdem oft Lkw mit eingeschaltetem Warnblinklicht. Selbst Autos hielten oft auf dem Bürgersteig, statt auf den Parkplatz zu fahren, sagt Thomas Poschmann. Das mache den Fußweg am Parkplatz vorbei für Passanten noch unübersichtlicher. „Ich sehe ein, dass die Autofahrer kaum was sehen“, so Poschmann.

Anwohner schreibt Stadtverwaltungen Briefe

Vor einigen Tagen sei er wieder fast angefahren worden. In seinem Ärger hat er den Brief an die beiden Stadtverwaltungen geschrieben mit der Bitte, „endlich etwas an der Situation zu ändern“. Denn schon 2017 hatte sich Thomas Poschmann an die Ruhr Nachrichten gewandt, um zu warnen. „Seitdem ist nichts passiert.“

Er selbst könne mit Anfang 60 ja noch auf sich aufpassen. Sorgen müsse man sich aber machen um Fußgänger mit Rollator und Senioren, die nicht so schnell reagieren könnten. „Das ist einfach saugefährlich“, sagt Poschmann. „Ich habe schon keine Lust mehr, da her zu gehen, weil es so gefährlich ist.“

Anzeige werden Fahrerflucht gestellt

Poschmannn sei hier zweimal angefahren worden. Beim letzten Mal habe er mit der Faust nur noch mehrmals auf den Kotflügel des Autos hauen können, um sich bemerkbar zu machen. Der Fahrer habe ihn nur verständnislos angeguckt und sei weitergefahren. Poschmann hat daraufhin Anzeige wegen Fahrerflucht gestellt.

Schon im Februar 2017 hatte Thomas Poschmann gewarnt, dass an der Einfahrt zum Supermarkt gefährtlich ist, weil die Autofahrer nur nach dem Verkehr auf der B235 gucken. Seitdem hat sich nichts getan, sagt er.

Schon im Februar 2017 hatte Thomas Poschmann gewarnt, dass an der Einfahrt zum Supermarkt gefährtlich ist, weil die Autofahrer nur nach dem Verkehr auf der B235 gucken. Seitdem hat sich nichts getan, sagt er. © Stephan Schuetze (A)

Die zuständige Polizei Dortmund sieht die Stelle nicht als problematisch an. 2018 habe es dort keinen Unfall mit Verletzten gegeben. Drei Unfälle mit Sachschaden verzeichnete die Polizei in dem Jahr. Parkplatzrempler zählen zu dieser Statistik nicht dazu.

Ein Unfall mit Leichtverletzten 2019

2019 gab es einen Unfall mit Leichtverletzten und einen mit Sachschaden. 2020 ist bislang der Unfall bekannt, den Poschmann angezeigt hat. „Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass es sich bei der besagten Einfahrt offenbar nicht um einen Problembereich oder eine Unfallhäufungsstelle handelt“, sagt Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt.

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Auch dem Ordnungsamt Dortmund, das für den ruhenden Verkehr zuständig ist, ist die Einfahrt auf den Parkplatz an der Provinzialstraße nicht als Brennpunkt bekannt. „Die Provinzialstraße ist häufiger Gegenstand von Beschwerden, jedoch nicht im genannten Bereich“, sagt Maximilian Löchter, Sprecher der Stadt Dortmund.

Verkehrsüberwachung will Einfahrt vor Ort ansehen

Auch sieht das Ordnungsamt bislang keine Notwendigkeit, an der Stelle etwas baulich zu verändern. Auch Richtung Castrop-Rauxel gebe es eine separate Linksabbiegerspur, der Abbiegebereich sei „ausreichend markiert“. Kreuzende Fußgänger an Ein- und Ausfahrten gehörten zum Stadtbild in Dortmund dazu, so Löchter.

Ein kleiner Trost für Thomas Poschmann: Die Verkehrsüberwachung will an der Einfahrt nun tätig werden, sagt der Stadtsprecher. Poschmanns Mitteilung sei Anlass, die Örtlichkeit bei einer Vorortüberwachung zu überprüfen.

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