Prozess: Messerstecher ist voll schuldfähig

DORTMUND Im Prozess um die beinahe tödliche Messerattacke auf eine Pensionswirtin (58) in der westlichen Innenstadt hat Psychiaterin Marianne Miller den Angeklagten (19) am Montag für voll schuldfähig erklärt.

von Von Martin von Braunschweig

, 09.03.2009, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der junge Mann hat gestanden, im Mai 2008 auf sein Opfer eingestochen und anschließend rund 1500 Euro geraubt zu haben. Nach den Berechnungen der Gutachterin hatte der Angeklagte zur Tatzeit maximal 0,7 Promille Alkohol im Blut. Angesichts dieses geringen Wertes könne er sich nicht darauf berufen, nicht vollständig Herr seiner Sinne gewesen zu sein.

Der 19-Jährige war mehrere Wochen nach dem Überfall festgenommen worden, nachdem ihn ausgerechnet seine eigene Verlobte verraten hatte. Das Paar hatte sich gestritten, was die 15 Jahre ältere Frau offenbar so sehr auf die Palme gebracht hatte, dass sie der Polizei alles erzählte. Der junge Mann hatte seiner schwangeren Verlobten mit dem Geld einen Kinderwagen gekauft. Dabei hatte er ihr auch gebeichtet, auf welche Weise er an das Geld gekommen war.Urteil voraussichtlich Ende März

Das Gericht will voraussichtlich Ende März das Urteil sprechen. Dann müssen sich die Richter der 31. Strafkammer auch entscheiden, ob sie bei dem 19-Jährigen Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwenden. Geht es nach einer Gutachterin der Jugendgerichtshilfe, sollte der Angeklagte dabei nicht wie ein Erwachsener behandelt werden. "Er wirkt nicht gerade voll ausgereift", hieß es am Montag in der Expertise. Nach Jugendstrafrecht drohen dem 19-Jährigen maximal zehn Jahre Haft wegen versuchten Mordes. Die Pensionswirtin hatte die Messer-Attacke mit schweren inneren Verletzungen überlebt. Unter anderem hatte die Klinge den Dünndarm verletzt.

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