Quarantäne im Hotel: Dortmunder Familie will ihr Weihnachten retten

mlzTochter lebt im Ausland

Corona verändert das Weihnachtsfest für viele Dortmunder. Dazu zählt auch die Familie von Nina Klimburg-Witjes, die in Wien lebt. Schon jetzt ist nichts mehr, wie es sonst war.

Dortmund

, 20.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nina Klimburg-Witjes ist gebürtige Dortmunderin. Sie lebt und arbeitet seit 17 Jahren in der österreichischen Hauptstadt Wien. Ihr Sohn ist mittlerweile 14 und in Wien geboren. Dortmund sei für ihn „die schönste Stadt der Welt“, mit der besten Currywurst-Pommes beim „Thüringer“.

Die Weihnachtsfeiertage sind ihre feste Verbindung zur Heimat. Denn seit 17 Jahren machen sich ihre Eltern aus dem Dortmunder Kreuzviertel auf eine zehnstündige Zugfahrt nach Wien.

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Die 37-jährige Sozialwissenschaftlerin von der Universität Wien schreibt dieser Redaktion: „Dort empfängt sie dann die glitzernde Weihnachtsbeleuchtung (immer), ein sehr unfreundlicher Taxifahrer (meistens), die verschneiten Straßen (oft) und, am wichtigsten, ihr strahlender Enkel (wirklich immer).“

2020 wird es anders sein. Wie genau, weiß Familie Witjes selbst noch nicht. Aber sie hat nun, einige Wochen vor dem Fest, einen Plan ausgeklügelt, wie es klappen könnte.

Eltern kommen früher und gehen dann im Hotel in Quarantäne

„Meine Eltern haben ein Hotel gebucht und kommen schon fünf Tage vor Weihnachten, damit sie im Hotel in Quarantäne gehen und auf das Testergebnis warten können“, sagt Nina Klimburg-Witjes. „Nur, wenn wir alle negative Tests haben, können wir zusammen feiern.“

Es könnte also auch der Fall eintreten, dass die Eltern zwar nach Wien kommen - und sich die Familie trotzdem nicht sehen kann. „Das Hotel ist gleich bei uns in der Nachbarschaft. Zur Not müssen wir am Fenster stehen und winken, aber die Hoffnung auf ein gemeinsames Fest stirbt zuletzt“, sagt die Dortmunderin.

Hoffnung mache ihr der Gedanke an ihre 85-Jährige Großtante Marianne aus Castrop-Rauxel. „Wird schon wieder“, pflege diese zu sagen. Deshalb baut Nina Klimburg-Witjes darauf, dass in Österreich der zunächst dreiwöchige strikte Lockdown wirkt und Reisen zu Weihnachten wieder möglich sind.

„Es zieht im Herzen“ beim Gedanken daran, dass es nicht klappen könnte

Das Thema sei für sie und ihre Eltern sehr emotional. „Es zieht im Herzen“, sagt Nina Klimburg-Witjes, wenn man an die Feste der vergangenen Jahre denke und sich dann vorstelle, dass die glänzende Wiener Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr nur über Skype auf einem Notebook-Bildschirm leuchtet.

Doch es braucht nicht einmal eine solche staatenübergreifende Verbindung, um zu erkennen, dass die Weihnachtsplanung in diesem Jahr merklich anders ausfällt.

Denn in vielen Familienräten (die ja heute oft auch digital organisiert sind, etwa per Whatsapp), laufen längst die Diskussionen: Alle zusammen? In Etappen? Wie lange vorher muss man in Selbstquarantäne gehen und wer hat dazu überhaupt die Möglichkeit? Es ist eine Vorweihnachtszeit voller Fragen.

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