Der Querdenken-Autokorso am Dienstag (20. Juli) führte zum Großteil durch den Dortmunder Nordosten. © Oliver Schaper
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Querdenker-Autokorso in Dortmund – Verdächtiger Fund bei Polizeikontrolle

Viel weniger Teilnehmer als angekündigt, aber ein auffälliger Fund bei einer Polizeikontrolle: Zum achten Mal ist am Dienstagabend ein Querdenker-Autokorso durch Dortmund gefahren. So lief er ab.

Vermutlich wollten die Coronaschutz- und Impfgegner von „Querdenken“ am Dienstag (20. Juli) viel Aufmerksamkeit für ihre Ideologien in Dortmund gewinnen. Erneut zog ein Autokorso durch die Stadt, zum achten Mal, nach rund drei Monaten Querdenken-Pause.

Viel weniger Teilnehmer als erwartet

Aber davon bekamen viele Dortmunderinnen und Dortmunder wahrscheinlich nichts mit. Zum einen weil laut Polizeiangaben nur 14 Fahrzeuge bei dem Autokorso mitfuhren – angemeldet waren 77 Autos.

Zum anderen weil ihre Strecke durch viel Nirgendwo führte, anders als bei den sieben Mal zuvor: Der Autokorso sammelte sich ab 18.30 Uhr doch recht weit außerhalb in Dortmund-Eving auf dem Park-&-Ride-Parkplatz an der U-Bahn-Haltestelle „Schulte Rödding“ an der Derner Straße. Dort fiel schnell das ungleiche Verhältnis zwischen Polizei und Versammlungsteilnehmenden auf.

Vom Nordosten bis zum Wallring

Der Autokorso fuhr von dort gegen 20 Uhr über die Derner Straße durch Kirchderne und dann über die Flughafenstraße nach Scharnhorst. Über die Hannöversche Straße ging es durch Wambel. Vom Wambeler Hellweg / Körner Hellweg ging es dann Richtung Märkische Straße zum Wallring.

Normalerweise war das bei den bisherigen sieben Autokorsos immer das Hauptziel von Querdenken. Am Dortmunder Wall kann man wahrscheinlich am meisten Dortmunder erreichen, sofern man das möchte.

Allerdings blieb die Wall-Tour am Dienstag recht kurz, über den Südwall ging es über die Hohe Straße wieder raus aus der City. Gegen 21.14 Uhr wurde die Versammlung dann auf dem Parkplatz am Remydamm (Westfalendamm) für beendet erklärt.

Baseballschläger?

Eigentlich sollte der Autokorso schon um 19.30 Uhr losfahren. Die Abfahrt verzögerte sich allerdings aus mehreren Gründen. Laut Polizei sei bei „verkehrsrechtlichen Überprüfungen“ ein Holzgegenstand aufgefallen, der augenscheinlich einem Baseballschläger ähnelte.

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Viel Polizei, wenige Teilnehmer: Querdenker-Autokorso in Dortmund

Laut Polizeisprecherin Amanda Nottenkemper sei der Gegenstand sichergestellt worden, zudem werde nun ein Strafverfahren eingeleitet, weil ein Anfangsverdacht einer Straftat gegen das Versammlungsgesetz bestehe.

Vor der Abfahrt versuchte der bundesweit auffällig gewordene Querdenker Michael Schele, ein DJ aus Hagen, einen unserer Reporter dazu zu drängen, seinen Presseausweis – mit seiner privaten Anschrift – vorzulegen. Sonst müsse er das Gelände verlassen. In einem kurzem Gespräch mit der Polizei wurde Schele dann deutlich gemacht, dass er das nicht einfordern könne.

Das Fazit der Polizei bzw. von Sprecherin Amanda Nottenkemper: „Der Autokorso heute Abend verlief störungsfrei.“ Ein Eindruck, der sich auch für unsere Reporter bestätigt. Von den Querdenken-Parolen wird kaum jemand etwas mitbekommen haben, auch der Verkehr wurde kaum beeinträchtigt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers

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