Dortmunder Bus bei Krawallen in Leipzig mit Steinen zerstört

mlzAusschreitungen bei Querdenker-Demo

Rund um eine Großdemo der sogenannten „Querdenker“ und die Festnahme einer mutmaßlichen Linksextremistin gab es schwere Krawalle in Leipzig. Mittendrin waren auch Gruppen aus Dortmund.

Dortmund

, 09.11.2020, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 20.000 Menschen haben sich nach Polizeiangaben am Wochenende in Leipzig getroffen, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu protestieren. Wie unter anderem schon bei Ausschreitungen am Berliner Reichstag waren dabei auch Dortmunder Rechtsextremisten zugegen.

Auf Fotos und Videos der Protest-Veranstaltung ist zu sehen, wie eine führende Person der rechtsextremen Szene aus Dortmund von einem Polizisten mit Pfefferspray besprüht wird, offenbar weil sich der Mann ihnen aus der Masse genähert hat. „Szenekader aus dem Ruhrgebiet“ hätten vermummte Hooligans über Lautsprecher „aufgepeitscht“, wie auf zeit.de zu lesen ist.

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Video-Ausschnitte zeigen die Dortmunder und ihre Bekannten in erster Reihe, teils mit Mikrofon in der Hand. Hinter ihnen bauen sich breit gebaute Männer unter anderem mit schwarzen Sturmhauben vor den Polizisten auf. Laut Polizei gab es am Samstag 32 Übergriffe auf Medienvertreter, 31 Polizisten wurden leicht verletzt.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal kritisiert die Teilnehmer deutlich: „Es ist schwer erträglich, dass sich Tausende unter den Demonstranten nicht an Infektionsschutz und Abstandsregeln halten“, teilt er via Presseerklärung mit: „Das ist ein Hohn für alle Bürgerinnen und Bürger, die den Regeln folgen und alles für sich und in ihren Familien tun, dass wir der Pandemie wirksam entgegentreten.“

Ausschreitungen am Abend nach einer Festnahme

Am Abend ging der aufsehenerregende Polizeieinsatz in Leipzig weiter, offenbar aber aus etwas anderem Anlass. Bereits am Donnerstag (5.11.) war eine führende Person der linksextremen Szene in Leipzig festgenommen worden. Der jungen Frau werden unter anderem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Daraufhin haben Linksextremisten im Leipziger Stadtteil Connewitz Straßenbarrikaden in Brand gesetzt und Polizisten angegriffen. „Erhebliche Mengen an Stein- und Flaschendepots“ seien gefunden worden, die wohl gegen Polizisten eingesetzt werden sollten, heißt es. Doch dabei sind auch bürgerliche Gruppen Ziel der Ausschreitungen geworden.

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Am Samstagabend ist ein Bus mit Dortmunder „Querdenkern“ angegriffen worden. Vermummte hatten offenbar Mülltonnen auf die Straße gelegt, sodass der Bus anhalten musste. Dann wurde das Fahrzeug mit Steinen und Flaschen beworfen, wie das Landeskriminalamt Sachsen berichtet. Nach Informationen dieser Redaktion handelte es sich bei den Insassen augenscheinlich nicht um organisierte Rechtsextremisten.

Mehrere Personen wurden bei dem Angriff verletzt

In der öffentlichen Telegram-Chatgruppe „Querdenken 231 Dortmund“ sind Fotos und ein Video des demolierten Busses zu sehen. Fast sämtliche Glasscheiben wurden zerstört, an eine Weiterfahrt über die Autobahn war nicht zu denken. Durch umherfliegendes Glas und die Wurfgeschosse wurden laut LKA mehrere Personen verletzt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Die Polizei Leipzig sucht nun Zeugen des Angriffs. „Auch Wahrnehmungen im Internet oder in den sozialen Medien können die Ermittlungen unterstützen“, heißt es. Zeugen sollen sich unter Tel. (0341) 96 64 66 66 melden.

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