Radfahrer aus Scharnhorst ärgert sich über rücksichtslose Autofahrer

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Schimpfende und rücksichtlose Autofahrer und zugeparkte Radwege - Zweirad-Fan Norbert Senge aus Scharnhorst kennt gleich mehrere Probleme, unter denen Radfahrer zu leiden haben.

Scharnhorst

, 26.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten, in denen die Städte unter dem Verkehr zu kollabieren drohen und der Klimaschutz immer wichtiger wird, kommt dem Fortbewegungsmittel Fahrrad eine immer größere Bedeutung zu. Auch in Dortmund entstehen derzeit viele Radwege. Wir sprachen mit einem Scharnhorster, der von klein auf begeisterter Radfahrer ist und sich zumeist mit dem Zweirad fortbewegt. Als er noch bei der VEW am Westfalenpark gearbeitet hat, ist er täglich bei Wind und Wetter mit dem Rad dorthin gefahren: Norbert Senge (67).

Hallo Herr Senge, wie bewerten Sie die aktuellen Bemühungen der Stadt für Radfahrer?

Positiv, aber dass immer alles so lange dauern muss, stört mich. Vom Radschnellweg Ruhr wird zum Beispiel schon seit drei oder vier Jahren gesprochen. Passiert ist bislang wenig. Außerdem dürfte das auch noch Ärger geben - wie zum Beispiel im Kreuzviertel, wenn für den Radweg Parkplätze wegfallen müssen.

Welche neuralgischen Punkte für Radfahrer gibt es im Stadtbezirk Scharnhorst?

Zum Beispiel die Flughafenstraße zwischen Bahnhof Scharnhorst und Kreisel. Da verläuft der Radweg auf dem Gehweg. Das ist gefährlich, weil dort viele Fußgänger laufen, die zur Bahn wollen. Außerdem ist er in Höhe des Regenrückhaltebeckens ganz unterbrochen. Ich bin schon übel beschimpft worden, als ich da auf die Fahrbahn gewechselt bin.

Und sonst?

Mir fällt zum Beispiel der Verbindungsweg zwischen Gleiwitzstraße und Droote ein. Viele wollen nicht glauben, dass dort ein Radweg ist und beschimpfen mich ebenfalls, wenn ich dort langfahre. Ich könnte noch viele andere Stellen in der Stadt nennen, die problematisch sind. Am Borsigplatz zum Beispiel stehen die Taxen mit offenen Türen, die dann auf den Radweg ragen. Ich muss aber zugeben, dass auch wir Radfahrer uns nicht immer vorbildlich benehmen.

In welcher Hinsicht?

Ich beobachte immer wieder, wie Radfahrer bei Rot über Kreuzungen fahren. Das ist schließlich auch nicht erlaubt.

Radfahrer aus Scharnhorst ärgert sich über rücksichtslose Autofahrer

Zugeparkte Radwege gehören zu den Ärgernissen, mit denen Zweiradfans leben müssen. © dpa


Welche Verbesserungen würden Sie sich für Radfahrer wünschen?

Zum Beispiel etwas, das es an einigen Ampeln gibt, an anderen aber nicht: dass für Radfahrer fünf Sekunden früher Grün ist als für die Autofahrer. Aber dann heißt es bestimmt wieder, das sei technisch nicht überalll möglich. Und ich wünsche mir mehr Bügel, an denen man sein Fahrrad abstellen kann.

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Wie beurteilen Sie die Sicherheit für Radfahrer?

Das Radfahren ist stellenweise schon gefährlich. Da gibt es rücksichtslose Autofahrer, die nur knapp ein einem vorbeifahren, die schon erwähnten Fußgänger auf gemeinsamen Wegen, Rutschgefahr durch Laub oder auch zugeparkte Radwege - zum Beispiel vor Containern. Neulich parkte eine Dame vor mir auf dem Radweg und fing in aller Seelenruhe an, ihre Autoscheiben zu putzen.

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