So sah bislang die Vision der städtischen Verkehrsplaner für den RS1 als Fahrradstraße durch die Große-Heim-Straße im Kreuzviertel aus. © Stadt Dortmund
Radverkehr

Radschnellweg Ruhr in Dortmund: Stadt nennt erstmals Datum für Baustart

Seit Jahren wird das aktuell größte Projekt der Verkehrswende in Dortmund immer wieder verschoben. Nun nennt die Stadt erstmals ein konkretes Datum für den Baustart des Radschnellwegs Ruhr.

Jede Menge Fragen hatte Winfried Sagolla, Verkehrsplaner im städtischen Planungsamt, in dieser Woche in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost zum Thema Radverkehr zu beantworten. Denn die Liste der Radfahr-Projekte in Dortmund ist lang. Und viele kommen nur sehr langsam voran.

Paradebeispiel dafür ist der Radschnellweg Ruhr (RS1). Als erster Abschnitt der 24 Kilometer langen Strecke quer durch das Stadtgebiet soll eine Fahrradstraße im Kreuzviertel entstehen. Die Große-Heim-Straße und die Sonnenstraße müssen dafür umgebaut werden.

Doch der Baustart lässt auf sich warten, wird seit 2019 fast im Halbjahres-Takt verschoben. In der Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag (8.12.) nannte Sagolla jetzt erstmals ein konkretes Datum – wenn auch weiter unter Vorbehalt. Voraussichtlich am 19. April sollen die Umbau-Arbeiten beginnen, kündigte der Verkehrsplaner an. Die Ausschreibung werde nun auf den Weg gebracht.

Der erste Abschnitt, der von der Große-Heim-Straße bis zur Sonnenstraße/ Ecke Arneckestraße führt, soll noch im Laufe des Jahres 2021 fertiggestellt werden, sagte Sagolla.

Unklar ist, wann es dann Richtung Osten weitergeht. „Die Entwurfsplanung für den weiteren Verlauf der Sonnenstraße bis zur Ruhrallee ist fertig“, berichtete Sagolla. Und er warnte schon einmal vor: „Da werden PKW-Stellplätze in nicht geringem Maße betroffen sein.“

Im nächsten Jahr sollen auch vier Aufträge an Ingenieurbüros für weitere Streckenabschnitte vergeben werden. Ein zentrales Projekt ist dabei der Bau von Brücken entlang der S-Bahn-Linie 4, um den Radschnellweg über die Ruhrallee und die Märkische Straße zu führen.

Sie können erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden. Das heißt, dass der eigentlich weitgehend kreuzungsfrei konzipierte Radschnellweg erst einmal provisorische Übergänge mit Ampeln über die Hohe Straße, die Ruhrallee und die Märkische Straße bekommt, stellte der Verkehrsplaner klar.

Brücken brauchen viel Zeit

„Die Brücken brauchen einen immensen Zeitvorlauf. Das ist eine sehr anspruchsvolle Geschichte“, merkte Sagolla an – nicht zuletzt, weil dazu enge Absprachen mit der Deutschen Bahn nötig sind. Angestrebt wird etwa eine Verknüpfung der Radwege-Brücke über die Ruhrallee mit dem S-Bahnhof Stadthaus.

Eine verlässliche Zeitplanung für den gesamten RS1 in Dortmund, der mit 24 Kilometern ein Viertel der Gesamtstrecke durchs Ruhrgebiet ausmacht, konnte Sagolla deshalb noch nicht nennen. Zuletzt hatte schon Planungsamtsleiter Stefan Thabe die Hoffnung gebremst, der RS1 könne in drei bis vier Jahren gebaut werden. Er sprach von einem Dekaden-Projekt – also einem Bau über etwa zehn Jahre. Dann wäre erst 2031 das Ziel erreicht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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