Rätselraten nach unbemerkter Bomben-Verladung

Knapp am Knall vorbei

DORTMUND Die Bagger schaufelten und rollten als wäre nichts gewesen. Doch so manchem Baggerfahrer auf dem Thier-Gelände dürfte es am Freitag mulmig zu Mute gewesen sein, nachdem in der Baugrube in der City am Donnerstag eine Fünf-Zentner-Bombe unbemerkt verladen worden war.

23.10.2009, 19:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aus einer der zahlreichen Baggerschaufeln auf dem Thier-Gelände war am Donnerstag eine Bombe verladen worden.

Aus einer der zahlreichen Baggerschaufeln auf dem Thier-Gelände war am Donnerstag eine Bombe verladen worden.

Der Blindgänger war erst nach einer Tour per LKW quer durch die Innen beim Abkippen der Erde auf dem Gelände der Westfalenhütte aufgefallen. Erst dort rückte der Kampfmittelräumdienst an, um die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich zu entschärfen. Auf der Großbaustelle in der City herrschte bis Freitag großes Rätselraten, wo und wie die gefährlich Fracht denn nun verladen worden war. „Die Ursachenforschung dauert an“, erklärte Thomas Dietzsch, Projektleiter bei Bauherr ECE.

Mitarbeiter des von der Bezirksregierung alarmierten Ordnungsamtes sahen sich vor Ort um und bestätigten die Herkunft der Bombe. Ein schuldhaftes Versäumnis bei den Erdarbeiten vor Ort konnte allerdings nicht festgestellt werden. Dass die Gefahr von Bombenfunden besteht, war dagegen klar. Aufgrund von Luftbildauswertungen hatten die Experten schon im Vorfeld einen „Blindgänger-Verdacht“ und entsprechende Auflagen für die Erdarbeiten gemacht. Dazu gehört neben regelmäßigen Bodensondierungen, dass das Erdreich nach dem Ausbaggern in der mehrere Meter tiefen Baugrube erst zu Haufen umgeschichtet und dann verladen wird. Der Einsatz kleinerer Baggerschaufeln, wie er von der Bezirksregierung jetzt angeregt wurde, gehört allerdings nicht dazu. Einen Verstoß gegen die bestehenden Auflagen konnte das Ordnungsamt vor Ort nicht feststellen.

Gleichwohl werde man künftig mit noch größerer Vorsicht arbeiten, betonte Thomas Dietzsch, der den „äußerst misslichen Vorfall“ im Gespräch mit unserer Redaktion bedauerte. „Wir haben nochmal ganz ausdrücklich auf die Sicherheitsvorschriften hingewiesen. Alle Leute sind sensibilisiert.“

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