Räuber-Trio nach Spielhallenüberfällen verurteilt

Elf Taten

Nach einer Serie von elf bewaffneten Überfällen auf Spielhallen in Dortmund und Umgebung ist ein Räuber-Trio am Donnerstag zu Haftstrafen von fünfeinhalb bis siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht verglich die Angeklagten beim Urteil sinngemäß mit Märchenonkeln.

DORTMUND

04.02.2016, 17:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die drei Männer aus Dortmund, 40, 43 und 44 Jahre alt, hatten die äußeren Abläufe der Überfälle im Prozess vor dem Bochumer Landgericht zwar grundsätzlich abgenickt. Über Motivation, Beuteaufteilung und Bewaffnung drifteten die Angaben jedoch teils meilenweit auseinander.

Die Angeklagten beschuldigten sich gegenseitig, schwächten eigene Tatbeiträge auf ein Minimum ab, stellten sich als „Beschützer“ oder als „Opfer“ hin, die zum Begehen von Schwerverbrechen erpresst wurden. „Was sie uns hier erzählt haben, streift die Grenze zum Absurden“, sagte Richter Stefan Culemann beim Urteil mehrfach. „Davon glauben wir ihnen kein Wort.“

"Ihre Version ist absurd"

So hatte der 40-jährige Serienräuber behauptet, er habe unmittelbar vor jedem einzelnen Überfall extra den Sicherungsstift des verwendeten Elektroschockers entfernt, um die Waffe zu entschärfen. Fakt ist: Bei der Festnahme nach dem letzten Raubzug in Datteln war das Gerät jedoch „scharf“: Es war mit fest eingestecktem Stift im Kofferraum seines Autos entdeckt worden. Richter Culemann: „Nichts hätte näher gelegen, als einfach die Batterien aus dem Gerät raus zu nehmen. Ihre Version ist absurd.“

Die Polizei war den Serienräubern letztlich durch Videoaufnahmen und DNA-Spuren auf die Spur gekommen. Insgesamt soll das Trio bei der Elfer-Serie mehr als 20.000 Euro erbeutet haben. In abgehörten Zweier-Telefonaten hatten die Angeklagten über einander gelästert, sich gegenseitig teils als „Angsthasen“ und „Träumer“ verhöhnt.

Elf Taten binnen vier Monaten

Die elf Tatorte zwischen März und Juni 2015: drei Spielhallen in Dortmund, zwei in Bochum und jeweils eine in Castrop-Rauxel (Ickerner Straße), Waltrop, Datteln, Witten, Hagen und Iserlohn.

Die Masche war dabei fast immer gleich. Die Aufsichten wurden beinahe immer mit einem Elektroschocker in Angst und Schrecken versetzt. „Es knackte, es knisterte, die Funken flogen“, hieß es im Urteil.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt