Raser muss fast vier Jahre ins Gefängnis

Getötete Dortmunderin (18)

Am 11. Juni 2014 hat ein Raser in Nürnberg mit seinem BMW die 18-jährige Marie W. aus Dortmund getötet. Dafür muss der 27-jährige Fahrer für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg fällte das Urteil am Freitagmittag. Die Verteidigung will in Berufung gehen.

DORTMUND / NÜRNBERG

, 12.12.2014, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

  • Im Sommer hat ein Raser eine 18-jährige Dortmunderin in Nürnberg angefahren und getötet
  • Statt der erlaubten 50 km/h war der Fahrer mit über 120 Stundenkilometern unterwegs
  • Die Inlineskaterin aus Dortmund schleuderte 70 Meter durch die Luft und starb noch am Unfallort
  • Der 27 Jahre alte Fahrer war betrunken, nicht versichert und das Auto nicht zugelassen
  • Das Urteil: drei Jahre und zehn Monate Haft, außerdem für vier Jahre keine Fahrerlaubnis

Die Familie der getöteten 18-Jährigen will das Urteil akzeptieren. Hingegen hat der Verteidiger des 27-Jährigen angekündigt, in Berufung zu gehen. Seiner Ansicht nach ist die Gefängnisstrafe von fast vier Jahren zu hoch. 

Wir haben mit einem Richter des Landgerichts Nürnberg gesprochen und fassen den eintägigen Prozess zusammen: Der Angeklagte hat zu Beginn der Verhandlung ein Geständnis abgelegt. Die Richter stellten in ihrem Urteil klar, dass der Unfall nicht auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen sei. Allein der Angeklagte sei verantwortlich für das Geschehen. "Dieser Unfall grenzt sich von täglichen Unfällen auch mit tödlichen Folgen ab", sagte der Richter. Der Angeklagte sei zur Tatzeit betrunken gewesen und deutlich zu schnell gefahren. Der PKW war nicht versichert. Außerdem hatte der Angeklagte gefälschte Kennzeichen an den BMW geschraubt. 

Verantworten musste sich der der 27-Jährige nicht nur wegen fahrlässiger Tötung, Urkundenfälschung und wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr - er führte am Tag des Unfalls auch eine Pistole mit sich, die er hätte anmelden müssen. Ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Feststellen mussten die Richter auch: "Der Tod der jungen Frau war nicht gewollt." Zu Beginn des Prozesses hatte der Raser ausgesagt, dass ihm der Unfall leid tue.

Die Richter verurteilten den Raser wegen fahrlässiger Tötung. Mit drei Jahren und zehn Monaten Haft blieben sie im Strafmaß einen Monat unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hingegen hatte drei Jahre und einen Monat Haft gefordert.

Die Abiturientin aus Dortmund besuchte vor sechs Monaten ihre Schwestern in Nürnberg und war am 11. Juni mit Inlinern unterwegs. Als sie die "Große Straße" in Nürnberg überquerte,

. Diese Zahl nannte damals die Polizei. Erlaubt sind 50 km/h. Nach dem tödlichen Unfall reduzierte die Stadt Nürnberg die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h. Bekannt war auch, dass der Nürnberger vorher Alkohol und Drogen konsumiert haben soll.

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18-jährige Dortmunderin von Raser getötet

Schrecklicher Unfall in Nürnberg: Dort ist eine 18-Jährige von einem Raser erfasst und getötet worden.
13.06.2014
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Der Angeklagte Alexander G. sitzt vor Prozessbeginn im Sitzungssaal des Landgerichts Nürnberg-Fürth.© Foto: Daniel Karmann (dpa)
Ein Rollschuh der getöteten Inlineskaterin an der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Das zerstörte Auto des 27-Jährigen.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
Eindrücke von der Unfallstelle auf dem NS-Parteitagsgelände.© Foto: ToMa
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Die Nürnberger Nachrichten berichten in ihrer Online-Ausgabe, dass der Angeklagte vor Gericht eingeräumt habe, "dreieinhalb Flaschen Bier" getrunken zu haben. Der Mann ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Landgericht Nürnberg teilte mit, dass ein Urteil am heutigen Freitag gesprochen werden könnte. 

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