Raser-Rennen: Anwohner fordern Blitzer auf dem Wall

"Abartig gefährliches Treiben"

Nach der Sperrung des Tuner-Treffs auf Phoenix-West rückt ein alter Krisenherd des Dortmunder Straßenverkehrs in den Blickpunkt: Anwohner berichten von teilweise lebensgefährlichen illegalen Autorennen auf dem Wall. Sie fordern einen Blitzer auf dem Hohen Wall. Die Polizei hat bei der Verfolgung der Raser ein großes Problem.

DORTMUND

, 17.06.2014, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kreuzung Hoher Wall / Hohe Straße: Auf dem Hohen Wall sollen sich laut Anwohnern Raser nachts illegale Straßenrennen liefern. Sie fordern eine feste Blitzer-Anlage.

Die Kreuzung Hoher Wall / Hohe Straße: Auf dem Hohen Wall sollen sich laut Anwohnern Raser nachts illegale Straßenrennen liefern. Sie fordern eine feste Blitzer-Anlage.

Was das Paar wundert: Raser könnten in Dortmund ungeniert ihrem fragwürdigen Hobby nachgehen. Können sie wirklich? Polizeisprecher Kim Freigang hält entgegen: „Wir haben die Raser-Szene im Blick und gehen konsequent vor.“ Der Polizeisprecher bittet die Bürger, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen: „Wer ein Rennen beobachtet, sollte sofort den Notruf 110 verständigen.“ Raser zu stoppen ist auf dem stark befahrenen Wall allerdings kein Kinderspiel, denn die Polizei will mit dem hohen Tempo nicht immer mithalten. Aus Sicherheitsgründen. „So hohe Geschwindigkeiten können in der Innenstadt schnell tödlich enden“, sagt Kim Freigang über die Gefahr.

Der Anwohner spricht von einem „abartig gefährlichen Treiben“ der Raser und fordert den Aufbau eines fest installierten „Blitzers“ auf dem Hohen Wall. Zuständig dafür ist die Stadt Dortmund – doch ein fest installierter Blitzer ist auf dem Wall nicht vorgesehen. „Muss es erst Tote geben, bis da mal was passiert?“, fragt er. Raser in tiefer gelegten und aufgemotzten Autos kennen sich aus Internetforen. Zu Rennen verabreden sie sich aber auch spontan. In den Abendstunden fließen sie im Verkehr mit, bis sie einen Gegner erkennen. Ein Blickkontakt reicht, um den Jagdtrieb zu wecken: Mit Vollgas und schnellen Spurwechseln donnern sie dann über die Straßen.  Noch ist kein Renn-Unfall passiert.

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