Rattenplage in Dorstfeld: Sind Köder eine Gefahr für Hunde und Kinder?

mlzKöder

Seit Jahren gibt es laut Anwohnern und Kleingärtnern ein massives Ratten-Problem in Dorstfeld. Jetzt sind Schädlingsbekämpfer am Werk. Doch sind ihre Köder nur für Ratten eine Gefahr?

Dorstfeld

, 28.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund um die Kleingartenanlage „Glück-Auf“ an der Straße „Am Hartweg“ in Dorstfeld klagen Anwohner und Kleingärtner seit Jahren über ein massives Ratten-Problem. Die Tiere seien inzwischen so dreist, dass sie nicht mehr vor Spaziergängern zurückweichen, sondern ihnen teils sogar über die Füße laufen.

„Wir haben uns schon mehrfach beim Ordnungsamt und bei der Stadt Dortmund gemeldet, um die Problematik zu schildern“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Das Problem bestehe direkt an der Kleingartenanlage und im Bereich der Planetenfeldstraße.

Dass die Tiere sich überhaupt dort angesiedelt haben, liege an den Kleingärtnern, so die Meinung der Anwohnerin. „Es ist in jedem Jahr das Gleiche“, sagt sie. „Die Kleingärtner schmeißen ihre Grillreste über den Zaun auf den öffentlichen Weg zwischen den Schrebergärten.“ Dass dies zwangsläufig Ratten anziehe, sei logisch.

Kleingärtner stellen Fallen auf

„Das ist ein Verdacht, den ich deutlich zurückweisen muss“, sagt Günter Mohr, Kassierer des Gartenvereins „Glück-Auf“. „Essensreste nehmen unsere Kleingärtner grundsätzlich mit nach Hause oder werfen sie in dafür vorgesehene Mülltonnen, noch nicht einmal auf den Kompost – damit täten sie sich selbst keinen Gefallen.“

Schließlich möchten die Kleingärtner ebenso wenig Ratten auf ihrer Anlage wie die Anwohner rundherum. Günter Mohr bestätigt, dass das Problem seit Jahren besteht, wie auch an vielen anderen Orten in Dortmund.

Jetzt lesen

Die Kleingärtner stellen deshalb seit Jahren immer wieder und auch derzeit Fallen in ihren Gärten und rund um das Vereinsheim auf. „Im Moment wird es wohl wieder ruhiger mit den Ratten“, sagt Günter Mohr. „Ich bin seit 1998 dabei und kann sagen, dass das für uns eine Daueraufgabe ist – und wir tun, was wir können.“

Warum die Ratten es sich ausgerechnet auf der und rund um die Kleingarten-Anlage gemütlich gemacht haben, wisse er nicht, so Günter Mohr. „Vielleicht haben sie hier Ruhe zum Nisten, aber im Endeffekt gibt es sie fast überall in Dortmund.“

Schädlingsbekämpfer sind rund um die Anlage unterwegs

Das Problem rund um die Anlage wird seit Montag (20.4.) behandelt. Die Firma HARC-Schädlingsbekämpfung aus Marten hat rote Warnschilder aufgehängt, die auf Ratten- und Mäuseköder hinweisen. Auf Facebook wurde ein Foto eines der Schilder geteilt, um Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen und sie zur Vorsicht zu mahnen.

Derzeit hängen Schilder aus, die auf die Ratten- und Mäuseköder hinweisen.

Derzeit hängen Schilder aus, die auf die Ratten- und Mäuseköder hinweisen. © Privat

„Die roten Warnschilder im betreffenden Bereich sollten eigentlich ausreichen, damit Hundebesitzer ihre Hunde an die Leine nehmen und Eltern auf ihre Kinder achten“, sagt Andreas Herdes von HARC.

Die Köder seien zudem in Boxen oder in einem Erdloch so platziert, dass sie nicht sichtbar und erreichbar sind. Im Notfall sei ein Köder jedoch harmlos für Menschen und Hunde. „Die Dosierung ist auf das Gewicht von Mäusen und Ratten ausgelegt“, erklärt Andreas Herdes. „Hunde müssten schon sehr viel davon fressen, bis es schädlich für sie ist.“

Schädlingsbekämpfer verwendet keine Gifte

Denn es seien keine Schwermetall-Gifte, wie sie früher häufig verwendet wurden, in den Ködern. Es handele sich lediglich um ein Blutgerinnung-hemmendes Mittel. „Die Ratten verbluten deshalb im Endeffekt.“

Insgesamt vier Wochen lang sollen die Köder nun ausliegen. Danach wird die Situation neu bewertet. Tote Tiere werden im Normalfall liegen gelassen, da sie von selbst verwesen. „Aber wenn einzelne Tiere mitten auf den Wegen liegen, entfernen wir sie natürlich auch“, sagt Andreas Herdes.

Die Anwohner hoffen nun, dass das Ratten-Problem mit den Ködern gelöst wird. „An manchen Orten muss man das Prozedere in regelmäßigen Abständen wiederholen, weil die Ratten immer wieder kommen“, sagt Herdes. Ein Umstand, der den Kleingärtnern bestens bekannt ist.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt