Raub-Angeklagter: „Ich habe noch nie eine Frau geschlagen“

mlzProzessauftakt am Landgericht

Zusammen mit einer Komplizin soll ein 29-jähriger Dortmunder einer Frau ein Tablet geraubt haben. Im Prozess vor dem Landgericht bezeichnet er das mutmaßliche Opfer als undankbar.

Dortmund

, 12.11.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Tat ereignete sich im September 2019 auf der Wiese vor der Stadtbibliothek. Die Frau hatte sich mit ihrem Tablet gerade in die Sonne gelegt, als der Angeklagte vorbeigekommen sein soll. Laut Anklage brüllte dieser die Frau sofort an: „Ich kriege noch 1000 Euro von Dir!“ Danach soll er zusammen mit seiner Komplizin wenigstens das Tablet der total verschüchterten Frau an sich genommen haben.

„Das stimmt, ich war sauer an diesem Tag“, erklärte der 29-Jährige am Mittwoch zu Prozessbeginn vor dem Landgericht. Er und das mutmaßliche Opfer würden sich nämlich schon seit Jahren kennen. „Und ich hatte sie erst Wochen vor dem Vorfall aus der U-Haft herausgekauft.“ Mehrere Hundert Euro will er damals für seine Bekannte als Kaution auf den Tisch gelegt haben.

Komplizin soll ausgerastet sein

Dass dies - selbst wenn es stimmen würde - natürlich keine Entschuldigung für einen Raub sein kann, weiß der 29-Jährige auch. Deshalb schob er die Eskalation der Gewalt an diesem Tag seiner Komplizin zu. „Ich wollte meine Bekannte nur zur Rede stellen, sie aber auf keinen Fall schlagen“, behauptete er. Denn: „Ich habe noch nie eine Frau geschlagen.“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dortmunder noch mehrere weitere Straftaten vor. Das Urteil fällt frühestens im Dezember.

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