Die Nachbarschaft zeigt sich erschrocken über den schweren Raub, der sich am Donnerstag (24.6.) in der Wiesnerstraße in Dortmund ereignet hat. © Tabea Prünte
Raubdelikt in Dortmunder Wohnviertel

Raub in der idyllischen Gartenstadt: Schock in der Nachbarschaft am Tag danach

Nach einem schweren Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar in der Dortmunder Wiesnerstraße reagieren die Anwohner erschrocken. Gerade unter Senioren steigt die Sorge.

Die Äste eines Apfelbaumes ranken sich entlang zweier Rosensträucher, die in verschiedenen Farben blühen, vereinzelt ist leises Geplätscher von kleinen Brunnen in den Gärten zu hören, selbst der Verkehr scheint von hier aus weit weg. Es ist ruhig in der Kleingartensiedlung in der Dortmunder Gartenstadt. „Wir wohnen hier in einer guten und sicheren Gegend eigentlich“, sagt ein Anwohner. „Da denkt man nicht, dass sowas hier passiert.“

Schwerer Raub an der Wiesnerstraße löst Polizeieinsatz aus

„Sowas“, damit meint er den schweren Raub, der sich am Donnerstag (24.6.) in der Wiesnerstraße ereignet und eine groß angelegte Suche der Polizei sogar mit Hubschrauber verursacht hat. Den ersten Ermittlungen der Polizei zufolge haben sich zwei bisher unbekannte Täter Zutritt zum Haus eines älteren Ehepaares verschafft, indem sie sich als vermeintliche Paketboten ausgegeben hatten.

Die 77-jährige Ehefrau wurde gefesselt, ihr 83-jähriger Ehemann mit einer Schusswaffe bedroht. Nachdem die Haushaltshilfe den Notruf alarmiert hatte, flüchteten die Täter. Trotz einer großen und andauernden Suchaktion der Polizei sind die Täter bis zum Freitagabend (25.6.) weiterhin unbekannt.

Anwohner haben kaum etwas mitbekommen

„Eine schlimme Geschichte ist das“, sagt ein Anwohner aus der anliegenden Rathenaustraße, „aber ich habe das nur aus der Zeitung mitbekommen.“

Ähnlich ein Ehepaar, das gerade den Hund spazieren führt: „Ich hab davon nur gelesen. Wir haben hier ein Gartengrundstück“, sagt die Frau, zum Zeitpunkt des Einsatzes seien sie nicht vor Ort gewesen.

„Ich hab nur den Hubschrauber hier kreisen sehen über die B1, immer wieder. Aber sonst habe ich nicht viel mitbekommen vom Einsatz“, sagt eine andere Anwohnerin.

„Das sind komische Zeiten“

Selbst zwei Landschaftsgärtner, die nur ein paar Häuser entfernt vom Tatort ihrer Arbeit nachgehen, haben nur wenige Details zum Tathergang beobachten können und die meisten Informationen erst im Nachhinein aus den Medien. „So richtig haben wir das erst mitbekommen, als die ganze Polizei ankam“, sagt einer der beiden.

„Was vorher ein bisschen komisch war, war ein weißer Wagen, der hier stand. Vielleicht haben die das Haus ausgekundschaftet“, sagt er, schließlich sei es eine Anliegerstraße und da fallen manche Fahrzeuge mal auf. „Aber hier parken trotzdem alle, auch aus den Büros dahinten“, relativiert er, daher wisse er nicht, ob das tatsächlich etwas Ungewöhnliches gewesen sei.

Ansonsten sei nichts weiter auffällig gewesen, sind sich beide Arbeiter einig. „Das sind komische Zeiten“, fügt einer von ihnen noch hinzu. „Jetzt passiert das schon am hellen Tag. Trotzdem fühle ich mich jetzt nicht sonderlich bedroht. Das kann jederzeit überall passieren.“

Unweit der Kleingartensiedlung in der Dortmunder Gartenstadt hat sich am Donnerstag (24.6.) ein schwerer Raub ereignet. Die Polizei fahndet noch nach den Tätern.
Unweit der Kleingartensiedlung in der Dortmunder Gartenstadt hat sich am Donnerstag (24.6.) ein schwerer Raub ereignet. Die Polizei fahndet noch nach den Tätern. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

Vermutung der Anwohner: Ältere Personen besonders gefährdet

„Eine ganz schlimme Sache, die werden immer dreister“, sagt eine andere Anwohnerin. „Die wissen jetzt, die Masche übers Telefon funktioniert nicht mehr, da klingeln die direkt an, als Paketboten verkleidet“, sagt sie und meint, Trickbetrüger haben damit nun eine neue Masche gefunden. „Als Nachbarschaft macht man sich da natürlich Sorgen und hat Angst. Und wenn man älter wird, ist es noch gefährlicher.“

Der Vermutung schließt sich ein anderer Anwohner an. „Gerade ältere Leute sind da echt einem Risiko ausgesetzt, vor allem, wenn noch Demenz mit ins Spiel kommt“, sagt der Mann, der selbst Rentner ist.

Ermittlungen zum Fall laufen noch

„Solche Taten bringen Unruhe in die Bevölkerung“, sagt Polizeisprecherin Dana Seketa zu dem Fall. „Daher ist es uns natürlich ein Anliegen, dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, schnell gefunden werden.“ Noch laufen jedoch die Ermittlungen.

Auch der Aufruf an die Bevölkerung gilt weiterhin: Wer Hinweise zu dem Vorfall geben kann, melde sich unter 0231-132-7441.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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