Razzia: Sind Kirchlinder Firmen in Schwarzarbeit verwickelt?

Schwarzarbeit

Bei einem Großeinsatz der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und des Hauptzollamtes Krefeld waren auch in Kirchlinde Zollbeamte unterwegs. Das ist der Grund.

Kirchlinde

, 12.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Düsseldorf haben die Sonderkommission „Limes“ beim Hauptzollamt Krefeld und die Steuerfahndung Düsseldorf am 10. September (Dienstag) einen Großeinsatz am Niederrhein und im Ruhrgebiet durchgeführt. Die Zollbeamten waren dabei auch in Kirchlinde rund um die Egilmarstraße unterwegs.

Wo genau geben die Beteiligten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt, so Heinz-Michael Horst, Sprecher des Hauptzollamtes. Grund für den Einsatz sei der sogenannte Kettenbetrug gewesen – ein Wettbewerb schädigendes Phänomen in der Baubranche.

Schaden liegt in Millionenhöhe

Dabei verkaufen Servicefirmen Rechnungen, ohne dass eine Leistung erbracht wurde. Mit dem daraus gewonnen Geld werden Schwarzarbeiter beschäftigt. Die in den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer wird zu Unrecht als Vorsteuer geltend gemacht. Um die Verantwortlichkeiten zu verschleiern, werden oft mehrere Unternehmen beteiligt.

Der aktuelle Verdacht bezieht sich auf sechs Servicefirmen, die seit 2014 Rechnungen über mehr als 25 Millionen Euro verkauft haben sollen.

Nach derzeitigen Schätzungen könnte der steuerliche Schaden bei mehr als 4,5 Millionen Euro und der sozialversicherungsrechtliche Schaden bei 7,5 Millionen Euro liegen.

Durchsucht wurden 78 Objekte von mehr als 600 Zöllnern und 140 Steuerfahndern. Das Verfahren richtet sich bisher gegen 25 Beschuldigte. Die Auswertung der Beweismittel dauert an.

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