Reinoldi-Sekundarschule bleibt Baustelle auf unbestimmte Zeit

mlzNeubau

Eigentlich sollte der Neubau der Reinoldi-Sekundarschule im Herbst fertig sein. Doch daraus wird nichts. Wegen der Enge auf dem Schulhof droht gar Distanz-Unterricht.

Westerfilde

, 23.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur wenige Wochen vor dem Corona-Lockdown im März sind die Schüler und Lehrer der Reinoldi-Sekundarschule in Westerfilde in ihren Neubau eingezogen. Die Verwaltung, Differenzierungsräume für die Arbeit in Kleingruppen, eine große Mensa mit Kiosk, ein Spieleraum, Klassenräume, Teamräume, eine Lehrer-Lounge und Außen-Arbeitsbereiche sind dort untergebracht.

Fach- und Beratungsräume finden im ehemaligen Gebäude der benachbarten Nikolaus-Kopernikus-Realschule ihren Platz, die 2017 ihren letzten Jahrgang verabschiedete.

Indes wird die ebenfalls vor drei Jahren geschlossene Hauptschule Westerfilde seit dem Umzug in den Neubau direkt neben dem Altbau abgerissen. Eigentlich sollten die Abbrucharbeiten längst beendet sein.

Arbeiten verzögern sich

Doch den Zeitplan, der eine Fertigstellung aller Gebäude inklusive Außengelände vorsieht, kann wohl nicht eingehalten werden. „Nach Außerbetriebnahme der Sekundarschule wurde ein höheres Schadstoffaufkommen festgestellt, als in dem vorab bei laufendem Schulbetrieb erstellten Gutachten“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage.

Als die Schulräume noch in Betrieb waren, habe keine gesundheitliche Gefahr für Lehrer und Schüler bestanden, weil alles fest verbaut gewesen sei. Doch für die Abbrucharbeiten sei nun ein erweiterter Leistungsumfang gegeben, der zur Verzögerung der weiteren Arbeiten führe.

Die Abbrucharbeiten der alten Schulteile laufen weiter.

Die Abbrucharbeiten der alten Schulteile laufen weiter. © Tobias Weckenbrock.

„Derzeit erfolgt die Auswertung der vorliegenden Analyseergebnisse“, sagt Christian Schön. „Nach Abschluss der Abbrucharbeiten werden die Außenanlagen schnellstmöglich vervollständigt.“

Derzeit stehen den mehr als 400 Schülern nur kleinere Flächen vor dem und rund um den Neubau zur Verfügung, die bereits fertiggestellt sind. „Für die Corona-Abstandsregeln reicht das nicht“, sagt Schulleiter Christian Pätzold. „Wir streben deshalb wieder eine Mischung zwischen Präsenz- und Distanz-Unterricht an.“

Pausen werden verschoben

Das gelte jedoch nicht für alle Jahrgangsstufen. Für eine bessere Verteilung im Außenbereich werde es deshalb versetzte Pausenzeiten geben. Manche Jahrgänge starten später in den Schultag, ihr Unterricht beginnt später. „Glücklicherweise ist im Gebäude selbst alles Corona-konform umsetzbar“, sagt Christian Pätzold.

Schüler und Lehrer seien gleichermaßen begeistert von dem Neubau und freuen sich, dass nach der anstrengenden Umzugsphase und dem Corona-Lockdown langsam die Ruhe in den Schulalltag zurückkehrt.

Nun fehle nur noch der Außenbereich, der künftig ein Soccer-Feld, Tischtennisplatten, Spielgeräte und ein grünes Klassenzimmer bietet. „Der genaue Zeitplan soll in den kommenden Wochen besprochen werden“, sagt Christian Pätzold. „Aber ich rechne mit einer monatelangen Verzögerung.“

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