Reisebus mit defekten Bremsen sollte Leibniz-Gymnasiasten in die Alpen steuern

mlzBusunternehmen angezeigt

Es war die erste Skifahrt seit langem: 109 Siebtklässler des Dortmunder Leibniz-Gymnasiums sollten mit zwei Reisebussen nach Südtirol fahren. Ein Vater entdeckte ein abgelaufenes Siegel.

Dortmund

, 14.02.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein aufmerksamer Vater hat am Freitag (8.2.2019) vor der Abfahrt von zwei Reisebussen mit Siebtklässlern des Dortmunder Leibniz-Gymnasiums an einem der Busse ein abgelaufenes Prüfsiegel entdeckt und die Polizei verständigt.

Der auf technische Mängel an Fahrzeugen spezialisierte Verkehrsdienst der Polizei fuhr zur Kreuzstraße im Kreuzviertel und checkte die Busse und deren Fahrer. Bei einem der Busse war nicht nur ein Prüfsiegel abgelaufen.

Technische Mängel an der Bremsanlage

Obendrein war die Bremsanlage defekt. „Der Bus hätte maximal in eine Werkstatt gefahren werden dürfen“, sagte Polizeisprecherin Cornelia Weigandt auf Anfrage. Der Unternehmer habe den Bus allerdings für weitere Fahrten eingesetzt. Das sei bei einem Abgleich der Angaben in einem Mängelbericht mit dem Kilometerstand auf dem Tacho festgestellt worden.

Der Unternehmer habe den Bus mit dem Wissen über die technischen Mängel an der Bremsanlage für den Transport von Schülern eingesetzt. Er und der Fahrer sind angezeigt worden.

Schüler sind sicher angekommen

Den Hinweis auf die Kontrolle hat unsere Redaktion von einer Mutter der Schule erhalten. Wir haben mit Schulleiter Dr. Dennis Draxler gesprochen. „Alle Schüler sind sicher angekommen. Der Unternehmer hat einen Ersatzbus gestellt, der ebenfalls von der Polizei überprüft worden ist. Da gab es dann nichts zu beanstanden.“ Polizeisprecherin Cornelia Weigandt bestätigte das.

Inzwischen hat der Schulleiter auch persönlich mit dem Reiseveranstalter gesprochen, der den Busunternehmer beauftragt hat.

Lehrer-Kollegium prüft immer genau

„Hundertprozentig“ habe nicht aufgeklärt werden können, warum die Firma ausgerechnet den defekten Bus auf die Reise geschickt habe. Dr. Draxler: „Er hatte genug andere Busse parat. Und wir sind sehr froh, dass die Polizei so zuverlässig gearbeitet hat.“

Der Schulleiter sagte, dass das Kollegium am Leibniz-Gymnasium die Unternehmen genau prüfe. „In der Regel arbeiten wir mit Busunternehmen zusammen, die wir schon kennen. Man darf nicht alle Busunternehmen über einen Kamm scheren.“

In Zukunft will das Leibniz-Gymnasium schon in Verträgen darauf pochen, dass die Unternehmen fahrtüchtige Busse einsetzen.

In einer verherigen Version haben wir von Neuntklässlern berichtet. Die Schülerinnen und Schüler besuchen das 7. Schuljahr.

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