Reparieren mit dem "U"

Das Dortmunder U hat einen neuen Fan: NRW-Bau- und Verkehrsminister Oliver Wittke lobte das Millionenprojekt gestern als "Beispiel für Stadtreparatur im besten Sinne" - und nährte damit die Hoffnung auf großzügige Fördermittel des Landes für die Entwicklung des U-Turms.

17.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Reparieren mit dem "U"

Das Wittke-Ministerium hatte gestern ins Depot an der Immermannstraße zum Kongress Innenstädte auf dem Prüfstand eingeladen. Vor 400 Experten bekräftigte der Minister dabei das Ziel, die Innenstädte weiter zu stärken. Und er nannte in seiner Rede mehrfach das Dortmunder U als Beispiel, u.a. auch mit dem Blick auf die Bewahrung des "historischen Erbes".

Dabei hatte Oliver Wittke (Foto, CDU) zumindest den ursprünglichen Museumsplänen im U kritisch gegenübergestanden und eine Unterstützung aus Städtebaufördermittel abgelehnt. Stattdessen sollte sich die Kulturförderung des U-Turms annehmen. Nachdem sich der Schwerpunkt der U-Turm-Pläne inzwischen in Richtung Kreativwirtschaftszentrum verschoben hat, kann das Projekt aber offensichtlich wieder auf die Unterstützung Wittkes zählen.

Vor zwei Wochen hatte die NRW-Staatskanzlei die grundsätzliche Förderbereitschaft für die U-Turm-Pläne signalisiert. Wobei das Geld aus den Töpfen verschiedener Ministerien fließen soll. Die Stadt hofft auf gut 30 Mio. Euro. bzw. 70% der erwarteten Umbaukosten. Die Abstimmung zwischen den Ministerien und eine endgültige Entscheidung sollen weiterhin bis Ende dieses Monats fallen, bekräftige eine Sprecherin der Staatskanzlei gestern auf RN-Anfrage.

Bei der Stadt bemüht man sich indes, Tempo zu machen. Wenn der U-Turm-Umbau wie vom beauftragten Architekten Prof. Eckhard Gerber erhofft bis zum Beginn des Kulturhauptstadt-Jahres 2010 abgeschlossen sein soll, kommt es auf jede Woche ein, weiß der Leiter der städtischen Projektgruppe Karl-Friedrich Ostholt. Deshalb bemüht er sich bereits um grünes Licht für einen so genannten "förderunschädlichen Maßnahmenbeginn" - also einen Baustart auch ohne formellen Bewilligungsbescheid.

Die Stadt selbst hat für die Dach- und Fachsanierung des alten Brauerei-Turms 4,9 Mio. Euro bereit gestellt. Erste Aufräumarbeiten haben bereits begonnen. In zwei Wochen sollen dann die Gerüste aufgebaut werden, der eigentliche Umbau im Innern Anfang Februar starten.

Wittke sieht die U-Pläne nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Entwicklung der Rheinischen Straße, für die rund 11 Mio. Euro Landesmittel für 30 Einzelprojekte avisiert sind. Generell wolle man in der Städtebauförderung künftig solche ganzheitlichen Ansätze verfolgen und weg von der Finanzierung von Einzelprojekten, kündigte der Minister an. Oli

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