Rettungsdienst-Einsätze in Dortmund waren durch Corona fast halbiert

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Schritt für Schritt mehr Normalität: Das gilt auch für den Dortmunder Rettungsdienst. Corona hatte jedoch deutlichen Einfluss auf das Einsatzgeschehen. Die Gründe sind vielfältig.

Dortmund

, 14.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Corona-Lockdown Mitte März hat das öffentliche Leben in vielen Bereichen stillgelegt. Auch beim Dortmunder Rettungsdienst hatte man die Corona-Krise deutlich gemerkt.

An einem normalen Tag fahren Feuerwehr und Rettungsdienst in etwa 320 bis 400 Einsätze, sagt Sprecher André Lüddecke auf Anfrage.

Etwa 92 Prozent davon seien allein Krankenwagen-Einsätze. An heißen Sommertagen, wo viele Leute mit dem Kreislauf zu kämpfen haben, waren es auch schon bis zu 450 Einsätze pro Tag, sagt Lüddecke.

Einsätze pro Tag hatten sich fast halbiert

Im März und April 2020 – der Hochphase des Lockdowns – seien es jedoch nur noch rund 200 bis 250 Einsätze pro Tag gewesen, sagt er.

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Die Corona-Pandemie habe auf jeden Fall Einfluss auf das Einsatzgeschehen gehabt – die genauen Gründe seien vielfältig.

„Auffällig war, dass es weniger Einsätze bei Verkehrsunfällen und eingeklemmten Personen gegeben hat“, sagt Lüddecke etwa. Die Feuerwehr musste also zu weniger technischen Hilfeleistungen ausrücken, weil schlichtweg weniger Leute auf den Straßen waren.

Gründe können vielfältig sein

Dass auch die Krankenwagen weniger unterwegs waren, könne mehrere Ursachen haben. Dadurch, dass auch weniger Leute zum Arzt gegangen sind, mussten etwa auch weniger Hausärzte den Krankenwagen rufen, wenn sie entsprechende Erkrankungen festgestellt haben.

Und auch Krankentransporte zwischen den verschiedenen Kliniken haben durch die schlichtweg geringeren Auslastungen weniger stattgefunden.

Beim Rettungsdienst sei allerdings auch der Eindruck entstanden, dass weniger Menschen mit Herzerkrankungen ins Krankenhaus gegangen sind. „Aber es ist auch nicht so, dass wir mehr Patienten haben, die bis zum Letzten Drücker warten“, sagt André Lüddecke.

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„Die Leute halten sich vielleicht schon zurück, aber das ist noch nicht dramatisch“, meint er. Außerdem lasse sich beim aktuellen Einsatzgeschehen kein Krankheitsbild herauslesen, das in der Corona-Zeit vermehrt auftritt.

„Das Einsatzgeschehen ist immer eine schwankende Größe“, sagt Lüddecke. Es könne beispielsweise auch sein, dass es weniger Herzerkrankungen gegeben habe, weil die Leute durch das Zuhausebleiben weniger Stress hatten – genau wissen könne man das nicht, „da gibt es tausende Varianten“.

Fest stehe allerdings, dass sich die Einsatzzahlen jetzt „wieder fast normalisiert“ haben. „Das ist in den letzten zwei Wochen wieder hochgefahren“, sagt der Feuerwehr-Sprecher.

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