Rewe in Brackel nutzt Waschanlage für Einkaufswagen (mit Video)

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Statt vom Personal werden vor dem Rewe die Einkaufswagen von einem Gerät desinfiziert. Der Marktleiter ist begeistert und weist Vorwürfe, dass dies Arbeitsplätze koste, vehement zurück.

Brackel

, 26.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch nicht alle Kunden haben sich an das Gerät, das vor dem Rewe Weihnacht in Brackel steht, gewöhnt. „Wie funktioniert das denn?“, fragt eine Frau. Viele Menschen sehen das Desinfektionsgerät für Einkaufswagen wahrscheinlich zum ersten Mal.

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Christian Weihnacht ist nämlich nur einer von zehn Rewe-Marktleitern in Dortmund, die den „Desocube“ vor ihren Supermarkt gestellt haben. „Ich bin begeistert von dem Gerät“, sagt der selbstständige Kaufmann. „Auch von den Kunden bekommen wir nur positives Feedback.“

Der „Desocube“ kostet 1500 Euro

Der Gebrauch ist einfach: Vor dem Einkauf fährt der Kunde den leeren Einkaufswagen in das Gerät und drückt für zwei Sekunden auf einen Schalter.

Beim Drücken werden kleine Sprinkler ausgelöst, die den Einkaufswagen mit Desinfektionsmittel besprühen. Vor dem Herausholen des Wagens kann der Kunde mit einem extra Spender seine Hände desinfizieren. Danach geht’s los mit dem Einkauf.

Video
Waschanlage säubert Einkaufswagen vor dem Rewe in Brackel

Zum ersten Mal sah Weihnacht den „Desocube“ in Süddeutschland. Daraufhin haben er und andere interessierte Marktleiter bei der zuständigen Firma eine Demoversion erhalten. 1500 Euro habe die Anschaffung mit Mengenrabatt gekostet.

Bevor es das Reinigungsgerät gab, hat ein Mitarbeiter die Einkaufswagen desinfizieren müssen. Vorwürfe, dass das Gerät Arbeitsplätze wegnehme, entkräftet Weihnacht.

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„Das ist Unsinn“, sagt der 39-Jährige. „Die dadurch freigewordenen Mitarbeiter waren schon vorher angestellt und kann ich besser für andere Aufgaben gebrauchen.“

Das Gerät solle laut Weihnacht nicht nur während der Coronavirus-Pandemie vor dem Laden eingesetzt werden. Verpflichtend sei die Anschaffung für Rewe-Marktleute aber nicht.

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Die Idee zum „Desocube“ kam den Erfindern Baris Karadas und Koray Celik nicht erst während des Ausbruchs des Coronavirus. „Die Idee dazu hatten wir schon im Jahr 2016“, sagt Karadas, der mit Celik Geschäftsführer der Herforder Firma „Boat Projects“ ist. „Durch die Corona-Schutzmaßnahmen wurde die Entwicklung aber beschleunigt.“

Auslöser wäre die Suche nach einer Alternative für Desinfektionstücher zum Desinfizieren der Einkaufswagen gewesen. Denn die verursachen eine Menge Müll. Mittlerweile gibt es das Gerät bereits in 9 deutschen Bundesländern und 55 Läden.

Serienproduktion wird gestartet

Die Serienproduktion soll zum 1. Juli beginnen. „Es soll eine vorgespeicherte Menge versprüht und eine Lichtschranke eingebaut werden, damit kein Schalter mehr notwendig ist“, sagt Karadas. Hergestellt wird das Gerät bei Saiko Maschienentechnik, auch in Herford.

Ob Weihnacht auch die neue Variante für seinen Laden hole, wisse er noch nicht. „Die Testversion bleibt erstmal solange stehen, bis sie kaputt geht“, sagt er. „Ich bin zufrieden mit dem Gerät.“

Die Einkaufswagen werden wie in einer Waschanlage in den "Desocube" geschoben und auf Knopfdruck desinfiziert.

Die Einkaufswagen werden wie in einer Waschanlage in den "Desocube" geschoben und auf Knopfdruck desinfiziert. © Tobias Larisch

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