„Toll“: Rewe-Kunden gefällt Desinfektions-Dusche für Einkaufswagen

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Vor einem Rewe-Markt im Dortmunder Westen können Einkaufswagen duschen. Statt Wasser spritzt Desinfektionsmittel aus den Düsen. Einige Kunden nehmen deswegen eine weitere Anfahrt in Kauf.

Bövinghausen

, 18.11.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rewe-Kaufmann André Kaeseler hat in den vergangenen Monaten gleich zweimal tief in die eigene Tasche gegriffen: Denn sowohl für seinen Dortmunder als auch seinen Bochumer Markt hat der 43-Jährige ein Desinfektionsgerät angeschafft. Kostenpunkt: jeweils 3000 Euro. „Das Corona-Virus wird uns noch lange begleiten. Deshalb halte ich es für eine sinnvolle Investition“, so Kaeseler.

Der Rewe-Markt in Bövinghausen ist der einzige im Dortmunder Westen, wo Einkaufswagen vor dem nächsten Einkauf duschen können.

Der Rewe-Markt in Bövinghausen ist der einzige im Dortmunder Westen, wo Einkaufswagen vor dem nächsten Einkauf duschen können. © Beate Dönnewald

Am Mittwochvormittag rollt so mancher Kunde am Rewe-Markt in Bövinghausen seinen Wagen allerdings an der Desinfektions-Dusche vorbei. André Kaeseler spricht sie an: „Einmal für die Gesundheit bitte den Wagen desinfizieren“, fordert er sie auf. Keine Minute dauert der Vorgang.

Andere Kunden wiederum schieben ganz gezielt ihren Wagen in die Mini-Garage. Die Handhabung ist kinderleicht. Vorne blinkt ein grünes Licht mit der Aufforderung „reinschieben“. Wichtig ist, dass der Wagen bis ans Ende geschoben wird.

Desinfektionsmittel sprüht aus mehreren Düsen

Der Desinfektionsvorgang startet automatisch, das Licht wechselt von grün auf blau. Während der Wagen aus mehreren Düsen mit Desinfektionsmittel besprüht wird, kann auch der Kunde seine Hände an einem Extra-Spender desinfizieren.

Die Handhabung des Desinfektionsgeräts ist kinderleicht.

Die Handhabung des Desinfektionsgeräts ist kinderleicht. © Beate Dönnewald

„Das ist ja toll“, sagt eine Kundin. Da fasse man den Wagen doch gleich viel lieber an, meint sie. „Das ist eine gute Sache“, lobt eine andere. „Ich komme aus Lütgendortmund. Aber wegen des Desinfektionsgeräts kaufe ich immer hier in Bövinghausen ein“, erzählt eine weitere Kundin.

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Im Dortmunder Westen verfügt nur der Rewe-Markt Kaeseler an der Provinzialstraße über dieses besondere Hygiene-Angebot. Zwei weitere in Dortmund gibt es unter anderem in den Rewe-Märkten in Brackel und Eving.

Edelstahl-Geräte können draußen problemlos überwintern

André Kaeseler hat sich für die Edelstahl-Variante entschieden. „So können die Geräte problemlos draußen überwintern.“ Morgens füllen Mitarbeiter den 20-Liter-Tank mit Desinfektionsmittel auf. „Sobald er leer ist, melden sich die Kunden“, sagt der Rewe-Kaufmann. Er verwende Desinfektionsmittel auf Wasserbasis. „Alkohol ist einfach zu gefährlich. Falls mal Kinder oder Jugendliche mit einem Feuerzeug hantieren.“

Aus verschiedenen Düsen wird der Wagen mit Desinfektionsmittel besprüht.

Aus verschiedenen Düsen wird der Wagen mit Desinfektionsmittel besprüht. © Beate Dönnewald

Ausgereift sei das System noch nicht, räumt André Kaeseler ein. „Einige Kunden beklagen, dass die Einkaufswagen nach dem Desinfizieren feucht sind. Ein Papiertuch-Spender wäre nicht schlecht.“

Parallel zur Wagen-Reinigung kann auch der Kunde seine Hände desinfizieren.

Parallel zur Wagen-Reinigung kann auch der Kunde seine Hände desinfizieren. © Beate Dönnewald

Ob er durch das besondere Hygiene-Angebot tatsächlich mehr Kunden hat, kann er nicht sagen. „Insgesamt verlieren wir durch Corona Kunden. Wer früher drei oder viermal pro Woche kam, kommt jetzt nur noch ein- oder zweimal.“

Keine Hamster-Einkäufe mehr

Die Einkaufszeiten hätten sich seit dem zweiten Lockdown wieder verschoben. „Die meisten kommen erst nach 14 Uhr. „Wer vormittags Zeit hat, sollte dann besser kommen“, appelliert André Kaeseler.

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Glücklicherweise würden die Kunden mittlerweile nicht mehr „hamstern“, so der Rewe-Chef. „Kurz vor dem zweiten Lockdown war es besonders schlimm.“ Und natürlich sei auch hier wie vielerorts die Nachfrage nach Toilettenpapier am größten gewesen. Engpässe habe es aber zu keiner Zeit gegeben.

„Nur Tiefkühlgänse hatten wir zu wenige. Weil die Gänseessen in den Restaurants ausfallen mussten, wollten viele dann wohl zu Hause eine Gans zubereiten und essen.“

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