Riesenzoff um BVB-Abend: Wirt greift Veranstalter an

mlzBVB-Spezial

Ein geplanter Fußballabend rund um den BVB bringt einen Dortmunder Wirt auf die Palme. Er sieht darin eine Konkurrenzveranstaltung und droht mit rechtlichen Schritten.

Marten

, 12.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gastronom Michael Smajlovic ist sauer. So sauer, dass er eine juristische Überprüfung erwägt. Der Grund ist ein Fußballabend, der wenige Hundert Meter von seiner Kneipe entfernt stattfinden soll.

Nicht die „BVB-Geschichten zum Schmunzeln“ von BVB-Archivar Gerd Kolbe sind es, die ihn auf die Palme bringen. Wütend ist er vielmehr über die anderen Zutaten des geplanten BVB-Spezials in der Nachbarschaftswerkstatt „Meilenstein“ – wie Freibier, Gratis-Currywurst und Live-Übertragung. Damit sei der Abend eine Konkurrenzveranstaltung für die Martener Kneipen.

Ausrichter des „BVB-Spezials“ am 22. November ab 19.09 Uhr im „Meilenstein“, In der Meile 2, ist das Martener Forum. Die Veranstaltung wird vom Stadtbezirksmarketing finanziert.

Jetzt lesen

„Mit Steuergeld wird eine Übertragung des Fußballspiels Dortmund gegen Paderborn mit Freibier und kostenloser Currywurst zum Leidwesen der in Marten noch vorhandenen Gastronomen veranstaltet und finanziert. Diese Mittel des Stadtbezirksmarketings sind eigentlich dafür vorgesehen, die Gewerbetreibenden eines Ortes voran zu bringen“, meint Michael Smajlovic, Wirt des Martener Hofs.

Sein Groll richtet sich insbesondere gegen Peter Schiefelbein, der den Abend konzipiert hat und moderieren wird. „Als ehemaliger Chef der Aktionsgemeinschaft Martener Kaufleute sollten ihm die Belange der Gewerbetreibende in Marten besonders am Herzen liegen. Doch das Gegenteil ist der Fall“, so Michael Smajlovic.

„Der BVB-Abend ist für das Gemeinwohl“

Diesen Vorwurf lässt Peter Schiefelbein nicht gelten. „Der BVB-Abend ist für das Gemeinwohl, mit dem wir Marten beleben wollen“, sagt Peter Schiefelbein. Die Lenkungsgruppe des Stadtbezirksmarketings Lütgendortmund habe Anfang des Jahres die Mittel ausschließlich für „Sportveranstaltungen im Meilenstein“ bewilligt. Von einer falschen Verwendung von Steuergeldern könne nicht die Rede sein.

Jetzt lesen

Veranstaltungen wie das Bürgerfest oder „Unter den Linden“ dürften, würde man Michael Smajlovics Argumentation folgen, auch nicht mehr stattfinden. „Dort gibt es doch auch Bier und Bratwurst“, so Schiefelbein. Im „Meilenstein“ erhalte jeder Gast am 22. November lediglich ein Freibier und eine Currywurst gratis. Einen Essen- und Getränkeverkauf werde es nicht geben.

Riesenzoff um BVB-Abend: Wirt greift Veranstalter an

Wirt Michael Smajlovic ärgert sich über den geplanten BVB-Abend. © (A) Beate Dönnewald

Wirt kritisiert Live-Übertragung der BVB-Partie

Peter Schiefelbein fühlt sich auch persönlich getroffen. „Ich bin seit 40 Jahren Gewerbetreibender in Marten und habe mich in dieser Zeit 100-fach für die Belange aller Gewerbetreibenden kostenlos und ehrenamtlich engagiert.“ Auch im „Meilenstein“ sei er am 22. November ehrenamtlich im Einsatz und stelle zudem eigenes Equipment zur Verfügung.

Ein Dorn im Auge ist Wirt Michael Smajlovic auch die Live-Übertragung der Partie Dortmund gegen Paderborn auf Großleinwand. „Wir Wirte müssen pro Monat circa 1000 Euro für Sky und ähnliche Anbieter aufbringen, um unseren Gästen Live- Fußball zu bieten. Daher ist es für die wenigen Gastronomen, die Marten noch hat, kontraproduktiv, wenn irgendwo Spiele mit Freibier und kostenloser Currywurst angeboten werden.“

BVB-Spiel wird weder bei Sky noch öffentlichrechtlich übertragen

Dazu sagt Peter Schiefelbein: „Da dieses Spiel weder bei Sky noch öffentlichrechtlich übertragen wird, haben wir uns entschlossen, es einmalig im Anschluss an die Talkrunde über Internet zu übertragen.“

Wirt Michael Smajlovic bleibt bei seiner Meinung: „Im Sinne eines fairen Wettbewerbs zwischen Kaufleuten halte ich mir den Weg einer rechtlichen Überprüfung dieser Übertragung noch offen. Auch sollte das Martener Forum solche Veranstaltungen, die sich gegen die Martener Wirte richten, nicht noch unterstützen.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Zwischen Arbeit und Ruhestand
Minister streicht Projekt für Menschen über 50: Zehn Beschäftigte verlieren ihren Job