Angeklagter aus Castrop-Rauxel

Ringen um Urteil in Dortmunds spannendstem Mordprozess

Im Jahr 1993 ist die Schülerin Nicole-Denise Schalla umgebracht worden. Jetzt geht ein Mammut-Prozess zu Ende. Es geht um Mord, Totschlag oder Freispruch - unser Live-Ticker zum Nachlesen.

Vor mehr als 27 Jahren ist die 16-Jährige Nicole-Denise Schalla im Dortmunder Westen getötet worden. Jetzt steht ihr mutmaßlicher Mörder, Ralf H. aus Castrop-Rauxel, bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Am Mittwoch (20.1.) sind die Plädoyers gesprochen worden – der Termin für die Urteilssprechung steht fest.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Staatsanwalt Felix Giesenregen fordert lebenslange Haft wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Damit wäre eine vorzeitige Entlassung so gut wie ausgeschlossen.
  • Verteidiger Udo Vetter sieht keine ausreichenden Beweise für die Schuld seines Mandanten. Er beantragt einen Freispruch. Sollte das Gericht Ralf H. für schuldig befinden, handele es sich laut Vetter nicht um Mord, sondern Totschlag. Dieses Delikt wäre inzwischen verjährt.
  • Nach den Plädoyers ist der Verhandlungstag beendet worden. Ein Urteil gibt es am Montag (25.1.).

Fast ein Vierteljahrhundert nach der Tat hat sich plötzlich die Polizei bei der Familie Schalla gemeldet. Eine einzige Hautschuppe konnte mit einem modernen Verfahren analysiert werden und dem zur Tatzeit 28 Jahre alten Ralf H. zugeordnet werden. Er war der Polizei bereits aus mehreren Verfahren bekannt.

Diese Hautschuppe ist ein Indiz, aber kein Beweis dafür, dass der Castrop-Rauxeler die Schülerin umgebracht haben könnte. Und sollte das Gericht seine Schuld als erwiesen sieht, ist immer noch die Frage, ob es sich um Mord oder Totschlag handelte. Letzteres wäre inzwischen verjährt.

Der Prozess musste komplett von vorne beginnen

Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Verzögerungen in diesem Fall gegeben. Wegen der langwierigen Krankheit einer Richterin musste der gesamte erste Prozess beendet und neu gestartet werden. Zuletzt haben Corona-Verdachtsfälle für Terminverschiebungen gesorgt. Nun sollen am Mittwoch (20.1.) aber die Plädoyers gehalten werden – im Idealfall wird noch am selben Tag ein Urteil gesprochen.

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Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel
Gerichtsreporter

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