Rolf Buchholz: Der meistgepiercte Mann der Welt

Körperschmuck

453 Piercings. Diese unvorstellbare Zahl trägt Rolf Buchholz am Körper. Der Dortmunder ist der meistgepiercte Mann der Welt und steht damit im aktuellen Guinness-Buch der Rekorde. Die Piercings sind nicht sein einziger Körperschmuck.

DORTMUND

von Von Tobias Großekemper

, 13.10.2011, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rolf Buchholz aus Dortmund ist der meistgespiercte Mann der Welt: Er hat 453 Stäbe und Ringe am ganzen Körper. (Bild: GUINNESS WORLD RECORDS BUCH 2012 - Ranald Mackechnie)

Rolf Buchholz aus Dortmund ist der meistgespiercte Mann der Welt: Er hat 453 Stäbe und Ringe am ganzen Körper. (Bild: GUINNESS WORLD RECORDS BUCH 2012 - Ranald Mackechnie)

„Ob das nicht wehtut, werde ich eigentlich am häufigsten gefragt“, sagt der Informatiker, der bei der Telekom arbeitet. Naja, wenn es alle fragen: „Und, haben Sie Schmerzen?“ Man fühlt sich wie ein Arzt. „Nein.“ Das sei, erläutert er dann, wie beim Ohrloch-Schießen, wenn es verheilt ist, merkt man nichts mehr. Man schaut ihn an, interessiert, bloß nicht den Anschein von Starren erwecken, und bleibt an den metallenen Lippen hängen. „Und, Knutschen geht gut?“ „Kein Problem“, sagt der 53-Jährige. Ok, knutschen geht also gut, kann man in diese Richtung weiterfragen? Fragt man sich und fragt dann lieber nicht, so lange kennen wir uns ja nun auch nicht.

Schnell, was unverfängliches, was ist im öffentlichen Raum und der Wahrnehmung darin? Buchholz lächelt, erzählt, wie er gerade auf dem Weg zu unserem Gespräch gefragt worden sei, ob man ihn fotografieren dürfte und das die meisten Reaktionen, die er mitbekomme, positive seien. „Und was hinter meinem Rücken passiert, merke ich ja nicht.“ 1999 habe er mit seinem ersten Piercing angefangen, geplant sei da nichts gewesen, dann sei es einfach weitergegangen. Irgendwie hatte das Metall, das nicht magnetisch ist und daher in der Regel auch keine Probleme an Flughäfen mache, eine magnetische Anziehungskraft auf Buchholz.

Wie viel Geld er für seinen Körperschmuck ausgegeben hat, kann er nicht beziffern, er weiß es nicht. Er weiß, dass er sich im vergangenen Jahr im Internet beim Guinness-Buch beworben habe. Vertreter kamen vorbei, schauten ihn sich an und irgendwer muss dann gezählt haben, wie das jetzt technisch ausgesehen hat, traut man sich nicht zu fragen. Buchholz flog dann nach London, er war eingeladen zur Präsentation des neuen Rekord-Buches am 15. Oktober, neben ihm waren unter anderem auch noch die Frau mit der längsten Zunge der Welt und die Frau mit dem größten Afro der Welt dabei. Eine interessante Erfahrung sei das gewesen.

Dann kam er wieder heim, auch bei diesen Flügen hätten die Piercings kein Problem bereitet, überhaupt gebe es eher Probleme mit den Implantaten aus Silikon am Unterarm, die würden manchmal ertastet und dann würden die Zollbeamten schauen, ob er nichts schmuggele. Buchholz ist wieder in Dortmund, in seiner Stadt, in der man hinter ihm tuschelt und vorne fotografiert und wo er die immer gleichen Fragen beantwortet. Und die Fragen, an die man wirklich denkt, keiner stellt, denn die sind doch ein bisschen intim. Körperschmuck ist eine hautnahe Sache.

Lesen Sie jetzt