Rot-Grün will Sozialticket einführen

Die Dortmunder SPD will ihr Augenmerk wieder auf die traditionell ureigenste Domäne der Sozialdemokraten richten: die Sozialpolitik. Den Anfang soll die Einführung eines Sozialtickets machen, mit dem Bedürftige im Stadtgebiet kostenlos Bus und Bahn fahren können. Bei den Grünen laufen die Genossen offene Türen ein.

10.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der SPD-Unterbezirksvorstand hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem geplanten Sozialticket befasst. Eine Arbeitsgruppe soll das Thema vorantreiben und am Ende eine generelle Regelung durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) herauskommen. In Kassel, Köln und Leipzig ist so eine Bedürftigen-Karte bereits eingeführt.

Zur SPD-Arbeitsgruppe gehören u.a. die Landtagsabgeordnete und Awo-Vorsitzende Gerda Kieninger sowie der stellv. Dortmunder Parteichef Armin Jahl. Für zusätzlichen externen Sachverstand wollen die Genossen z.B. den DGB-Kreisvorsitzenden Eberhard Weber und den ARGE-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers in die Arbeitsgruppe bitten.

Die Ratsfraktion der Grünen begrüßt den Vorstoß der SPD für ein Sozialticket als längst überfällig. "Das haben wir in mehreren Anläufen auch im Rat immer deutlich gemacht," so der grüne Fraktionschef Mario Krüger. Mit der klaren Positionierung Drabigs stehe fest: "Es gibt eine Mehrheit von Grünen und SPD für die Einführung eines Sozialtickets in Dortmund." Einem Grundsatzbeschluss stehe nichts mehr im Weg.

Wie notwendig ein Sozialticket sei, so Krüger, zeige die Tatsache, dass im Regelsatz für ALG II-Empfänger genau 14,02 im Monat für die Nutzung von Bus und Bahn zur Verfügung stünden. Die Grünen gehen davon aus, dass das Sozialticket mit Beginn nächsten Jahres eingeführt werden kann.

Es sei nicht in Ordnung, so Birgit Unger, Sprecherin der grünen Ratsfraktion und Vorsitzende des Sozialausschusses, "wenn einerseits Urlaubsflüge vom Dortmunder Flughafen nach Mallorca hoch subventioniert werden, während gleichzeitig viel ärmere Menschen nicht mal die Möglichkeit haben, regelmäßig mit der Straßenbahn von Brackel nach Dorstfeld zu kommen." ko

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