Roto-Theater ist wieder flüssig – und verschiebt den Neustart trotzdem

mlzTheater in Dortmund

Für den Neustart in Corona-Zeiten hat das Roto-Theater in Dortmund viel Geld ausgegeben. Doch obwohl ein lang ersehnter Zuschuss des Landes endlich da ist, reichten die Vorkehrungen nicht aus.

Dortmund

, 03.06.2020, 11:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die lange Corona-Zwangspause hat die finanziellen Sorgen beim kleinen Roto-Theater am Dortmunder Hafen wachsen lassen. Während die Einnahmen fehlten, wurden die Ausgaben immer größer.

Ein bewilligter Soforthilfe-Zuschuss des Landes über 9.000 Euro ließ zudem lange auf sich warten – beinahe zu lange.

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Seit dem 30. Mai dürfen kleine Theater unter strengen Auflagen wieder öffnen. Um die Hygiene-Standards zu erfüllen, sei viel Geld ausgegeben worden, erklärte Intendant Rüdiger Trappmann unserer Redaktion bereits Mitte Mai. Etwa für die Anschaffung einer Spülmaschine.

Soforthilfe, die nicht sofort hilft

Bei der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Verteilung der Zuschüsse zuständig ist, war es jedoch bei den Auszahlungen teilweise zu Verzögerungen gekommen.

So konnte die „Soforthilfe“ nicht überall sofort helfen.

Nach der Anfrage dieser Redaktion zu diesem Thema in Arnsberg sei jedoch alles ganz schnell gegangen, sagt Trappmann Anfang Juni erfreut. Die Begründung für die Wartezeit sei in seinem Fall ein Zahlendreher in der IBAN gewesen, sagt er.

Nachdem er vor rund drei Wochen noch um die Zukunft seines Theater fürchten musste, ist das Theater jetzt wieder „in ruhigem Fahrwasser“, sagt Rüdiger Trappmann.

Theater verschiebt Start trotz Vorkehrungen

Doch obwohl sich die finanziellen Sorgen gelegt haben und das Theater sich akribisch auf den Neustart vorbereitet hatte, muss das Theater diesen verschieben.

„Wir müssen zurück auf die Bühne“, hatte Rüdiger Trappmann Mitte Mai noch im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. Auch wenn die Auflagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau formuliert waren, sah er sein Theater gut vorbereitet.

Geplant war, den Theatersaal am 6. Juni mit einem Stück von Theodor Fontane wieder aufleben zu lassen.

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„Nach langem Ringen“ habe sich das Theater jetzt allerdings dazu entschieden, erst Mitte August wieder zu spielen. Die Hygiene-Auflagen bremsen den Theaterbetrieb trotz all der Vorbereitungen doch aus.

„Wir haben noch nicht genug von dem bestellten Desinfektionsmittel bekommen“, führt Trappmann einen Grund auf.

„Das können wir dem Publikum nicht zumuten“

Der gewichtigere Grund sei jedoch, dass es durch die strengen Abstandsregelungen und die Steuerung der Ein- und Ausgänge nicht möglich sei, in den Stücken eine Pause zu machen.

„Und dann können wir nicht lüften und müssten jedes Programm kürzen“, sagt Trappmann, „das können wir dem Publikum nicht zumuten.“ Am 15. August soll es dann mit dem Heinz-Erhardt-Abend allerdings wieder losgehen, hofft der Intendant. Sofern sich die Auflagen bis dahin weit genug lockern.

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