In einem Testzentrum in Barop und auch am Burgtor in der Innenstadt werden von der Prävent GmbH Schnelltests für Privatpersonen und Unternehmen angeboten. Das Foto zeigt hier Dr. Andreas Brune bei der Durchführung eines Antigentests. © Prävent GmbH
Corona-Pandemie

Run auf Corona-Schnelltests vor den Feiertagen: Wo gibt es noch Termine?

Kommt es vor Weihnachten noch zu einem Ansturm auf die Schnelltests? Die Nachfrage in Dortmund wächst. Vor allem am 23. Dezember wollen sich vielleicht viele testen lassen. Geht das noch?

Gibt man bei Google die drei Wörter „Corona“, „Schnelltest“ und „Dortmund“ ein, wird einem unter den ersten Treffern die Seite der Prävent GmbH angeboten. Diese hat am Helenenbergweg in Barop ein Schnelltestzentrum für Unternehmen und Privatpersonen, die die Tests selbst bezahlen, eingerichtet.

Eine zweite Praxis für Schnelltests gibt es bis einschließlich 23. Dezember am Burgtor 5 in der Innenstadt. Informationen dazu gibt es auf der Homepage coronaschnelltest-dortmund.de. Beispielsweise die Telefonnummer: unter (0231) 999550 – 00 ist das Zentrum am Freitag sogar auch problemlos zu erreichen.

„Sie sind an erster Position in der Warteschlange“, sagt um 10.54 Uhr eine Stimme vom Band. Innerhalb einer Minute meldet sich eine Mitarbeiterin, mit der man einen Termin für einen Corona-Schnelltest vereinbaren kann.

„Wir haben Kapazitäten“, sagt Henrik Fibbe, der kaufmännische Leiter der Prävent GmbH, und ergänzt: „Man kann auch ohne Termin und unangemeldet vorbeikommen, auch am Wochenende – und auch an Heiligabend vormittags.“

Testbescheinigung nach spätestens 20 Minuten

Aktuell werden vom ärztlichen Personal 30 bis 50 Schnelltests pro Tag vorgenommen. „Tendenz steigend“, so Henrik Fibbe. Man sei darauf vorbereitet, dass vor allem am 22. bis 24. Dezember viele Menschen vor dem Weihnachtsbesuch bei den Großeltern noch ein stückweit Sicherheit haben wollen und dabei auf die Schnelltests setzen.

Hier am Helenbergweg in Dortmund-Barop befindet sich das Schnelltestzentrum für Unternehmen und Privatpersonen, das die Prävent GmbH eingerichtet hat.
Hier am Helenbergweg in Barop befindet sich das Schnelltestzentrum für Unternehmen und Privatpersonen, das die Prävent GmbH eingerichtet hat. © Prävent GmbH © Prävent GmbH

Ein Ergebnis gibt es quasi sofort, kurz nachdem der Nasen-Rachen-Abstrich gemacht wurde. „Innerhalb von 10 bis 20 Minuten kann man die Bescheinigung mitnehmen oder wird von uns angerufen“, sagt Henrik Fibbe. Egal, wie groß der Ansturm noch werden sollte, einen Engpass bei den Test-Kits befürchtet er nicht: „Wir haben noch ein paar Tausend hier.“

So ein Schnelltest muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden und ist bei der Prävent GmbH vergleichsweise teuer. 78,88 Euro werden dort für den verwendeten Antigen-Test verlangt. Deutlich günstiger sind die Tests bei den Hausärzten. Dort liegt der Preis bei etwa 30 bis 40 Euro.

„Unsere Hauptaufgabe ist es allerdings nicht, Schnelltests durchzuführen, sondern Patienten zu behandeln“, sagt Dr. Prosper Rodewyk, der Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Dortmund. „Die Tests sind eine Zusatzleistung, die wir dann machen können, wenn wir dafür Zeit haben“, so Rodewyk.

Eine Garantie gibt der Schnelltest nicht

Kurz vor Weihnachten werde es allerdings in den Arztpraxen erfahrungsgemäß ruhiger. „Ich sehe gute Chancen, dass die Leute ihre Schnelltests bekommen“, sagt Rodewyk. Eine Anmeldung sei hier jedoch zwingend erforderlich. „Die Praxen müssen das ja mit wenig Wartezeiten organisieren“, so der Mediziner.

Für seine internistische Gemeinschaftspraxis in Hörde sagt er: „Am 23. machen wir vielleicht den ganzen Tag nur Schnelltests. Dann macht es ja mit Blick auf Weihnachten auch Sinn.“ Wer dann negativ getestet ist und Kontakte vermeidet, hat viel getan, um für das Weihnachts-Kaffeetrinken bei den Großeltern oder Eltern das Ansteckungsrisiko klein zu halten.

Eine Garantie für eine Nicht-Ansteckuung gibt es nach einem Schnelltest aber nicht. Die Antigen-Tests haben nicht die hohe Genauigkeit der PCR-Tests. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, liegen sie sogar um „Größenordnungen“ darunter. Nur wenige der mehr als 200 in Deutschland angebotenen Tests wurden bisher unabhängig überprüft.

Im Klinikum Dortmund kam es zu einem Corona-Ausbruch mit fatalen Folgen. © Tim Brederecke (Symbolbild) © Tim Brederecke (Symbolbild)

Der Schnelltest hilft vor allem dabei, im Vorfeld symptomlose Coronavirus-Träger herauszufischen, damit sie nicht zu Familienfeiern gehen. Wer negativ getestet wird, so heißt es seitens der Kassenärztlichen Vereinigungen, ist nicht von der Hygiene-Vorschrift befreit, auch er muss nach wie vor die AHA-Regeln einhalten.

Tiefer Abstrich im Rachen: Nichts für Laien

PCR-Tests für Privatpersonen werden am Klinikum Dortmund angeboten. Auch diese muss man selbst bezahlen. Ein Test kostet 60 Euro. „Man muss sich vorher online anmelden. Zurzeit ist aber alles ausgebucht“, teilt das Klinikum auf Anfrage mit. Möglichkeiten gibt es nur, wenn jemand einen Termin absagt. Ein PCR-Test gilt als sicherer als ein Schnelltest. Ein Ergebnis liegt hier aber auch nicht nach 15 Minuten, sondern erst nach 24 bis 36 Stunden vor.

Von Tests, die man selbst vornehmen kann, raten Ärzte ab. „Da muss man wirklich ordentlich vorgehen, sonst gibt es ein falsches negatives Ergebnis und damit eine falsche Sicherheit. Ich muss gut zehn Zentimeter in die Nase und einen tiefen Abstrich im Rachen machen. Das ist für Laien problematisch“, sagt Dr. Prosper Rodewyk.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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