Sabrina L. bleibt undurchschaubar

17.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die dunklen Haare zu einem strengen Zopf geflochten, der Blick so ernst wie lange nicht mehr: Die mutmaßliche Kindermörderin Sabrina L. (27) machte vor dem Schwurgericht gestern einen nachdenklichen Eindruck.

Die Richter hatten wieder einmal eine ihrer früheren Bekannten in den Zeugenstand gerufen. Diesmal jedoch keinen Mann, sondern eine junge Frau (28). Auch sie hatte Sabrina L. über das Internet kennen gelernt. "Ich hatte mich in sie verliebt", sagte die 28-Jährige dem Gericht. Doch die Gefühle kamen offenbar nur von ihrer Seite. Ein halbes Jahr hatten die beiden Frauen Kontakt, dann war Schluss. Ausgerechnet die Angeklagte, die ständig Geschichten erfand, hatte ihrer neuen Freundin vorgeworfen, Lügen zu verbreiten. Sabrina L. würdigte die 28-Jährige gestern kaum eines Blickes. Trotzdem schreibt sie ihr angeblich noch immer Briefe aus dem Gefängnis.

Was dabei in ihrem Kopf vorgeht? Auch nach fast viermonatiger Prozessdauer bleibt Sabrina L. praktisch undurchschaubar. Sie hatte viele Männer und zumindest zu ihrem Sohn Kevin eine unterkühlte Beziehung. Das haben gestern noch einmal zwei Ärztinnen aus dem Klinikum bestätigt. Eine von ihnen sagte wörtlich: "Selbst, als der Junge seinen Kopf absichtlich auf den Boden schlug, hat sie nicht reagiert."

Sabrina L. wird vorgeworfen, ihre drei Kinder Chantal, Pascal und Kevin erstickt zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt. jh

Lesen Sie jetzt