Salon Fink schließt: Mobiliar auf Flohmarkt verkauft

Nordmarkt

Traurige Rockballaden grooven aus den Boxen. Kati Eilinghoff schreibt mit einem schwarzen Edding "1 Euro" auf ein Etikett und klebt es auf ein Bierglas. Der zweite Weihnachtstag ist wohl ihr schwerster Tag als Betreiberin des "Salon Fink". Das Lokal schließt, das Mobiliar wird auf einem Flohmarkt verkauft

DORTMUND

von Von Dieter Jaeschke

, 26.12.2016, 15:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beim Flohmarkt im Salon Fink wurde die Einrichtung verkauft-

Beim Flohmarkt im Salon Fink wurde die Einrichtung verkauft-

Schon mittags um zwölf Uhr sind die Ersten gekommen, um sich die besten Souvenirs zu sichern. An Stücken mit besonderem Erinnerungswert hängen bereits Zettelchen: „Reserviert“, „verkauft“. Das Aktionsschild für „Tatort gucken und Mörderquiz“ zählt dazu, auch die Tafel mit den letzten Veranstaltungsankündigungen vom Dezember.

Pia (25) und Robert (24) begeistern sich für eine simple Lichtorgel mit sechs runden Blinkern (zehn Euro) – und die alten Tischroulettespiele, vielleicht aus den Sechzigern, original „Nürburg Spiele“. Sie haben mit ihrer Dortmunder Balkanrock-Band „Revolving Compass“ schon auf der kleinen roten Bühne im Salon gespelt. „Das ist ein echter Verlust für die Nordstadt“, sagt Pia, weil das Café „in eine andere Richtung zeigte“.

Die Chefin weiß noch nicht, was sie künftig machen wird; ihre Mutter Christel und ihre beste Freundin Katharina helfen ihr heute. Erzählen mag sie nicht viel, der Kloß im Hals ist spürbar. Erst als ein junger Typ Küchenmixer, Weingläser und Schüsseln („Für die WG“) anschleppt, muss sie schmunzeln. „Wir haben überhaupt keine Einkaufswagen hier.“ Dann fragt ein Gast nach dem schwarzen Serviertablett. Kati Eilinghoff schüttelt den Kopf. „Das ist das Einzige hier, das ich mit nach Hause nehme.“

 

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