Sascha Hillgeris hört auf: Hördes Bezirksbürgermeister will nicht noch einmal antreten

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Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris (SPD) wird nicht noch einmal zur Wahl antreten. 2020 ist für ihn also Schluss in diesem Amt. Das ist aber noch nicht alles.

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, 20.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung kam nicht von heute auf morgen und einfach war sie auch nicht. Doch letzten Endes hat Sascha Hillgeris (SPD) sich dazu entschieden, nicht noch einmal als Bezirksbürgermeister für Hörde zu kandidieren. „Die Zeit hat gezeigt, dass das Amt nicht mit meiner momentanen beruflichen Situation vereinbar ist“, sagt der 50-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion.

Im Januar 2018 hat Hillgeris die Yachtschule am Harkortsee übernommen. „Den Ansprüchen, die mit dem Amt verknüpft sind, kann ich nicht mehr gerecht werden“, sagt er.

Nach 20 Jahren in der Bezirksvertretung ist hier auch Schluss

Bei der Kommunalwahl 2014 hatte Hillgeris mit der SPD die meisten Stimmen in Hörde geholt. Die Bezirksvertretung (BV) hat ihn daraufhin mit einer Mehrheit von SPD und Grünen zum Nachfolger seines Parteikollegen Manfred Renno gewählt, der das Amt zuvor 25 Jahre lang ausgeübt hatte. Bei der Kommunalwahl 2020 wird Hillgeris nun nicht mehr antreten.

Der Ur-Syburger ist - mit fünf Jahren Unterbrechung - seit 1999 Mitglied in der BV Hörde. Aber auch das wird ab dem kommenden Jahr Geschichte sein. „Für die Bezirksvertretung trete ich nicht mehr an“, so Hillgeris.

Sascha Hillgeris hört auf: Hördes Bezirksbürgermeister will nicht noch einmal antreten

Auch das gehört zum Amt des Bezirksbürgermeisters: Sascha Hillgeris beim Fassanstich zum Hörder Frühling. © Rüdiger Barz (Archiv)

Seinen engsten Kreis innerhalb der Partei und der lokalen Politik habe er darüber bereits in Kenntnis gesetzt. Seit 1990 ist er in der SPD, war bei den Jusos, jüngstes Mitglied im Unterbezirksvorstand, Ortsvereinsvorsitzender in Syburg und lange Vorsitzender des Ringes politischer Jugend in Dortmund. Zudem ist er Gründer des Fördervereins Kirche St. Peter zu Syburg.

Die Idee für den Umbau der Faßstraße kam beim Spaziergang

Im Rückblick auf seine bisherige Amtszeit schaut Hillgeris besonders gerne auf die Entwicklung am Phoenix-See: „Ich bin stolz darauf, dass es in meinen Augen geglückt ist, die Gentrifizierung am Phoenix-See zu verhindern. Die Mischung zum Beispiel mit der Weingartenstraße funktioniert.“

Sascha Hillgeris hört auf: Hördes Bezirksbürgermeister will nicht noch einmal antreten

Sascha Hillgeris und Ullrich Sierau bei einem Spaziergang im November 2014. Hier ist die Idee zur Umgestaltung der Faßstraße entstanden. © Felix Guth (Archiv)

Für die Jahre nach seiner Amtszeit wird insbesondere die Faßstraße in Erinnerung bleiben. Bei einem Spaziergang mit Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) durch Hörde sei die Idee entstanden, hier etwas zu verändern. „Wir standen an der Faßstraße und haben überlegt, wie wir dieses trennende Element zwischen dem alten und neuen Hörde anpassen können“, sagt Hillgeris.

Bei der letzten Wahl lag die SPD schon nicht mehr vorne

Der Komplett-Umbau ist geplant, aber noch nicht erfolgt, das versetzte Fahren sorgt jedenfalls seit der Einführung für Diskussionen unter den Verkehrsteilnehmern. „Das alles ist aber ein spannender Prozess, der zeigt, dass Demokratie funktioniert. Eine solche Testphase hat es in Dortmund noch nicht gegeben. Wir haben in vielen Versammlungen versucht, die Menschen mitzunehmen.“

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Ebenfalls in seine Amtszeit fallen die Veränderungen auf Phoenix-West und entlang der Emscher, die er und seine Kollegen aus der BV politisch nur am Rande begleiten konnten. „Aber ich bin froh, dass jetzt alles funktioniert - aller Unkenrufe zum Trotz“, sagt Hillgeris über Phoenix-West.

Dass es in der eigentlich traditionellen SPD-Hochburg Hörde ab Herbst 2020 weiterhin einen sozialdemokratischen Bezirksbürgermeister geben wird, ist derzeit alles andere als selbstverständlich. Bei der jüngsten Europawahl im Mai landete die SPD im Stadtbezirk mit 22,38 Prozent der Stimmen nur auf Platz zwei hinter den Grünen. Und hatte nur eine einzige Stimme Vorsprung vor der CDU.

Während seiner bisherigen Amtszeit habe es viele ärgerliche Situationen gegeben, aber mindestens genauso viele, die Freude bereitet haben. „Am Ende des Tages“, sagt Hillgeris, „muss man ehrlich zu sich selbst sein.“

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