Scharnhorsterin lobt das Grün und die Menschen - und ärgert sich über die Parkplatznot

mlzSerie „Auf ein Eis mit ...“

Alexandra Terhoff ist Scharnhorst-Fan durch und durch. Bei einem Eis hat sie uns erzählt, warum das so ist. Aber sie hat auch zwei Kritikpunkte an ihrem Stadtteil.

Scharnhorst

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Scharnhorsterin Alexandra Terhoff ist neulich öffentlich in Erscheinung getreten, weil sie während der Hitze-Periode vor dem Rewe in Alt-Scharnhorst ein junges Bäumchen vor dem Verdursten gerettet hat. Wir haben mit ihr ein Eis gegessen.

Hallo Frau Terhoff, haben Sie Reaktionen auf die Aktion bekommen?

Viele. SAT.1 war sogar da. Viele Menschen fanden gut, was ich gemacht habe. Einige haben kritisiert, dass ich Plastikflaschen benutzt habe, die ja nicht gut für die Umwelt seien. Aber es waren schließlich Pfandflaschen. Immerhin: Seither hat das Bäumchen immer genug Wasser. Auch ohne mich.

Leben Sie schon lange in Alt-Scharnhorst?

Ich wohne immer noch in meinem Elternhaus an der Richtersdorfstraße. Zwischendurch habe ich mal drei Jahre an der Chemnitzer Straße in der Innenstadt gelebt. Aber da fehlten mir das Grün und sie sozialen Kontakte. Wenn ich hier durch Alt-Scharnhorst laufe, treffe ich immer jemanden, den ich kenne, und man quatscht sich mal für eine halbe Stunde fest. Das gefällt mir.

Gehört das Haus Ihrer Familie noch zur MSA-Siedlung?

Ja. Das hatte ursprünglich nur 55 Quadratmeter. Und dabei mussten meine Eltern noch nachweisen, dass die Oma mit im Haus lebt. Das waren noch ganz andere Zeiten. Sowas wäre heute unvorstellbar. Nach und nach ist das Haus dann gewachsen. Den Anbau haben meine Eltern selbst gemacht.

Sie scheinen ja großer Scharnhorst-Fan zu sein. Gibt es auch etwas, das Sie nicht mögen?

Es gibt zu wenige Spielplätze. Ich habe zwar keine Kinder, aber das fällt mir trotzdem auf. Als ich klein war, war das noch ganz anders. Da gab es gleich vier große Spielplätze mit Klettergerüsten und so. Gut, es gibt heute einen großen Spielplatz in der Nähe der Ottweilerstraße, aber hier in meiner unmittelbaren Umgebung nicht viel. Ansonsten kriege ich immer viel positives Feedback von Leuten, die mich zum ersten Mal besuchen. Sie sagen: „Boah, das ist ja echt schön hier!“ Mir gefällt, dass es so viel Grün auch zwischen den Häusern gibt.

Wenn ich über Alt-Scharnhorst schreibe, geht es oft um die Parkplatznot. Wie sehen Sie das?

Ja, das ist wirklich schwierig. Ich würde mir wünschen, dass das Ordnungsamt mal ein Auge zudrückt. Das funktioniert doch hier seit 40 Jahren gut. Und wenn die Autos mit zwei Rädern auf dem Gehweg parken, ist immer noch genug Platz für die Feuerwehr und Leute mit Kinderwagen. Im Gegenteil: Seitdem in einigen Straßen die Gehwegparker weg sind, wird dort geheizt wie verrückt.

Was machen Sie, wenn Sie keine Bäume retten?

Ich singe im Barbershop-Quartett „Hashtag“. Die anderen Frauen wohnen in Berlin, Sprockhövel und Frankfurt. Wir bereiten uns auf die Deutsche Meisterschaft des Barbershopgesangs im April 2020 im Konzerthaus vor.

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