Schau mir in die Augen, Täubchen

Wer den besten Namen oder die schönsten Augen hat, erzielt die höchsten Gewinne. Das gilt jedenfalls fürs Federvieh.

13.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Vielleicht ein künftiger Champion? Menne</p>

<p>Vielleicht ein künftiger Champion? Menne</p>

Bei der Brieftauben-Versteigerung am Wochenende in der Westfalenhalle erzielten 50 Tiere aus besten Zuchtfamilien einen Erlös von insgesamt 54 310 Euro.

Ganz tief in die Augen blickt Gutachter Josef Hofmann bei der Deutschen Brieftauben-Ausstellung jeder einzelnen Taube, um ihren Wert zu erkennen. "An den Augen kann man sehen, was eine Taube vererbt", gibt der 68-Jährige Einblicke in sein Augenzeichensystem. Eine kräftige Iris mit Zuchtrille, Wertring, Geschwindigkeits- und Langstreckenlinien sowie Konditionsring nennt er als Kennzeichen, die über die Vererbung entscheiden.

5000 für ein Tier

Bei der Brieftauben-Versteigerung in der Halle nebenan nehmen sich die Züchter allerdings kaum Zeit für den tiefen Blick in Taubes Auge. Die Mehrzahl der Züchter bietet fast ausschließlich anhand der Erfolge der Zuchtlinien. So erzielt erwartungsgemäß eine Taube von Günter Prange aus Meppen den höchsten Preis der Versteigerung: 5000 .

"Sie stammt von den besten Tauben Deutschlands ab", begründet Frank Sander aus Münster, warum er den Top-Vogel des Tages ersteigert hat und hofft, dass auch die Nachfahren ähnliche Erfolge verbuchen wie die vielfach prämierten Eltern.

"Wenn ich Tiere zur Versteigerung gebe oder selbst ersteigere, ist das für mich immer auch eine Spende für einen guten Zweck", begründet der Dortmunder Taubenzüchter Rudolf Flügel, warum er mit Interessenten aus der ganzen Welt um die Wette bietet. Den Erlös spendet der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter der "Aktion Mensch" sowie dem Förderverein "Brieftaube", den der Verband gegründet hat, um wohltätige Einrichtungen zu unterstützen.

"Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, die eigene Zucht zu verstärken, denn aus halb Europa bringen Züchter die Besten der Besten hierher", verweist Klaus Kühntopp, Redakteur der Verbandszeitschrift "Die Brieftaube", auf das hohe Niveau der Versteigerung.

het

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