Schlägerei nach Kreisliga-Spiel - Polizei schützt Fußballer

Gewalt auf dem Sportplatz

Zu gleich zwei Fußballplätzen musste die Polizei am Sonntag ausrücken: Nach einem Kreisligaspiel des SC Husen-Kurl gegen SF Ay Yildiz Derne griffen die Gegner zwei Spieler des Gastgebers an. Zeitgleich sicherten Einsatzkräfte die Partie von SG Alemannia Scharnhorst gegen BV Lünen 05, weil das Spiel zu eskalieren drohte.

HUSEN/SCHARNHORST

, 30.03.2015, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der BV Altenessen II tauscht fast seinen kompletten Kader.

Der BV Altenessen II tauscht fast seinen kompletten Kader.

Nach dem Schlusspfiff gegen 15 Uhr am Sonntag (29.3.) sollen mehrere Spieler der Gastmannschaft SF Ay Yildiz Derne zwei Spieler des Vereins SC Husen-Kurl angegriffen haben. Das berichtete Zeugen des Kreisliga-C-Spiels der Polizei. Die Opfer konnten sich vor den Faustschlägen und Tritten durch die Flucht in die Umkleidekabine retten. Andere Spieler schritten ebenfalls ein. Die beiden Männer wurden leicht verletzt.

Als die Einsatzkräfte am Sportplatz an der Husener Eichwaldstraße eintraf, waren die mutmaßlichen Täter uneinsichtig: Die Spieler sagten, es sei "mehr als lächerlich", dass die Polizei für diese "kleine Rangelei" vor Ort erscheine, so die Pressestelle der Polizei. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, erhielten die Gäste einen Platzverweis. Jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Die Mannschaften gingen mit einem 2:2 auseinander.

Polizei schützt Spieler

Bereits um 14.39 Uhr waren sechs Beamte zu einem Einsatz auf dem Sportplatz am Holzgraben gerufen worden. Die Kreisliga-B-Begegnung zwischen SG Alemannia Scharnhorst und BV Lünen 05 musste mehrfach aufgrund von Auseinandersetzungen unterbrochen werden. Alemannia-Vorsitzender Volker Konradt hatte die Polizei alarmiert, weil er eine Eskalation wie in Husen verhindern wollte. Die gegnerischen Spieler von BV Lünen 05 sollen den Dortmundern Schläge angedroht haben.

Außerdem hätten die Amateure unnötige Härte im Spiel gezeigt, so Konradt: Ein Scharnhorster musste wegen einer ausgekugelten Schulter behandelt werden, der Schiedsrichter hatte außerdem Ordner angefordert, um Tumulte zu verhindern. Nach einem Foul soll ein Spieler der Alemannia seinem Gegner einen Kopfstoß gegeben haben  - dafür sah er die rote Karte. Außerdem ermittelt jetzt die Polizei. Ausgeartet sei die Begegnung jedoch nicht, sagte Konradt. Das Spiel endete 1:1.

Vorfälle nehmen zu

Polizeipressesprecher Kim Ben Freigang sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, das solche Vorfälle nicht an der Tagesordnung seien - "aber es nimmt zu". Das sei ein bundesweit zu beobachtendes Phänomen. Der Großteil der Vereine verhalte sich jedoch unauffällig, die wenigsten Spieler hätten sich emotional nicht im Griff, so Freigang. Wenn die Bereitschaftspolizei nun auch in unteren Ligen präsent sein müsse, sei dies aber eine traurige Entwicklung.

Doch warum nimmt die Gewalt zu? "Das ist für mich unerklärlich", sagte Freigang. "Der Sport sollte im Vordergrund stehen." Die Frage, ob die genannten Vereine bereits häufiger auffällig geworden seien, konnte der Polizeipressesprecher nicht beantworten. Volker Konradt von SG Alemannia Scharnhorst sagte, mit BV Lünen 05 hätte der Verein bislang keine Probleme gehabt.

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